Influencer Marketing

Wie Beautymarken mit User Generated Content punkten können

Die Kosmetikindustrie hat in den letzten Jahren eine turbulente Entwicklung durchlaufen. Mit dem Boom von Facebook, Instagram, Snapchat und Co. sowie der ständig wachsenden Zahl digitaler Touchpoints wurde es für Marken immer schwieriger, Schritt zu halten. Gleichzeitig nahm mit zunehmender Kaufkraft der Millenials deren Einfluss auf Produkte und Trends stark zu.

Bis zuletzt haben sich Beautymarken überwiegend auf traditionelle Werbung und das Verteilen von Produktproben verlassen, um neue Kundengruppen zu erreichen. Inzwischen suchen diese ihre Inspiration in sozialen Netzwerken, wo Informationen über Produkte und Anwendungen kursieren, bei vernetzten Freunden und Influencern. Eine aktuelle Studie von Olapic zeigt: Konsumenten vertrauen heute dem Social-Content anderer Konsumenten siebenmal mehr als traditioneller Werbung. Darüber hinaus gaben 31 Prozent der Befragten an, dass sie einen Kauf tätigten, nachdem sie ein Produkt oder eine Dienstleistung im Beitrag eines Influencers kennen gelernt hatten. Rund 70 Prozent der Befragten folgen einem Beauty Influencer.

Die Menge an Inhalten, die Kunden in Bezug auf Produkte und Marken im social Web generieren und verteilen, steigt unaufhaltsam. Auf Facebook werden täglich 350 Millionen Fotos hochgeladen und seit der Gründung von Instagram wurden mehr als 40 Milliarden Bilder auf der Plattform geteilt. Viele der Beiträge sind mit einem Hashtag versehen, zum Beispiel #beauty oder #makeup, um sie einem Thema zuzuordnen und damit sie von anderen gefunden werden. Viele Marken nutzen bereits die gekennzeichneten Inhalte, um direkt mit ihrem Publikum in Kontakt zu treten.

Um die Wirkung von Beauty-relevanten Inhalten im Netz besser zu verstehen und Techniken zu entwickeln, die Marken nutzen können, hat Olapic 2.000 von Nutzern generierte Bilder analysiert, die mit beliebten Beauty-Hashtags versehen sind, beispielsweise #beauty, #naturalbeauty oder #beautyhacks

Schönheit wird individueller

Während rund 60 Prozent dieser Bilder meist generische Selfies waren, deuteten die verbleibenden 40 Prozent der Fotos auf eine anderes Schönheitsverständnis hin. Für viele bedeutet Schönheit nicht nur gut aussehen, sondern sie interpretieren den Begriff als Ausdrucksform, um individuellen Standpunkten und Werten ein Gesicht zu geben. Die Analyse identifizierte fünf Bereiche, die den Charakter der geteilten Beauty-Inhalte prägen und deutet somit kommende Trends an, die für Beautymarken mittelfristig nützlich sein können: Ausdruck (44 Prozent), Identität (27 Prozent), Erfahrung (16 Prozent), Körperbewusstsein (10 Prozent) und Maskulinität (3 Prozent).

Für Kosmetikmarken können diese Erkenntnisse einen signifikanten Richtungswechsel hin zu einer stärker verbraucherorientierten Produktentwicklung bedeuten. Eigentlich sind die Zeiten vorbei, als Marketing und Werbung den Käufern einfach sagen konnten, welche Art von Beauty-Standards gelten und welche Produkte dazu passen. Frauen und Männer wollen sich nicht nur äußerlich mit einer Marke identifizieren, sondern sie streben eine tiefere Verbindung, ja Loyalität zu "ihrer" Marke an.