Dialogmarketing

Meillerghp: Im Blick nach vorn

Holger Abeln, Geschäftsführer von Meilerghp

„Seit drei Monaten arbeiten wir mit unserem neuen Gesellschafter“, sagt Abeln. „Wir haben uns in den ersten Wochen sehr intensiv mit internen Abläufen und Prozessen beschäftigt, vieles hinterfragt und arbeiten nun anders an Dingen als wir das in der Vergangenheit getan haben.“ Ziel sei es, die Prozesse schlanker und einfacher zu gestalten. „Ein Fehler, den wir über viele Jahre gemacht haben ist, dass wir uns immer sehr mit den heutigen Produkten der Kunden beschäftigt haben sowie mit den eigenen Möglichkeiten, diese so zu produzieren wie es der Kunde wünscht.“ Nun wolle sich das Unternehmen weiterentwickeln und hat mit dem Investor Paragon Group einen starken Gesellschafter im Rücken. Die Paragon Group ist ein globaler Player im Markt des Kommunikations- und Informationsmanagements und weltweit in mehr als 80 Ländern aktiv.

„Wir sind sauber durch das Insolvenzverfahren gekommen und haben einen Investor gefunden, einen neuen Eigentümer, der genau in die Richtung gehen will, in die wir immer wollten und uns dementsprechend unterstützt“, fasst Abeln die Entwicklung zusammen. Rückblickend wurde die Sanierung gut gestemmt. Im Zentrum der Veränderungen soll nun vor allem das Thema Beratung rund um das Thema Daten stehen. „Wir sind der festen Überzeugung, dass hier der Schlüssel zum Erfolg in der direkten Kommunikation liegt. Dieses Thema der Bewältigung der Daten und die Standardisierung der Abläufe bewegt auch viele unserer Kunden.“

Beratung im Fokus


Was die Kunden künftig wollen ist dem Unternehmen ein besonderes Anliegen. So wurde in diesem Jahr erstmals ein Inhouse Day ins Leben gerufen, eine Art „Tag der offenen Tür“ für Kunden, an dem transparent erläutert werden soll, „was wir tun, wie wir es tun und wie wir in Zukunft mehr Beratungsleistung an die Hand geben wollen“, sagt Abeln. Bei der Kongressmesse Co-Reach in Nürnberg ist das Schwandorfer Unternehmen daher in diesem Jahr nicht vertreten. Der Inhouse Day findet am 12. Juni statt, erwartet werden laut Meillerghp etwa 100 Gäste. Zukünftig will das Unternehmen Workshops mit seinen Kunden durchführen sowie in Gesprächen herausfinden, „was sie bewegt und wo sie mit ihrem Direktmarketingmix hinwollen“. „Darauf basierend werden wir voraussichtlich im Herbst dieses Jahres Entscheidungen treffen, worin wir investieren werden und worin nicht“, kündigt Abeln an. Neue Maschinen seien derzeit kein Thema. Die Gefahr eine Fehlinvestition zu tätigen sei viel zu groß. „In vielen Bereichen wissen wir noch gar nicht so genau, wo geht die Reise hin und viele Dinge stehen technologisch auch einfach noch nicht zur Verfügung.“

Der Produktionsprozess bei einem Mailing habe sich Abeln zufolge stark verändert. Während früher 75 Prozent der Arbeit Produktion und 25 Prozent Vorbereitung waren, habe sich dies in den letzten fünf Jahren fast gedreht. Dies macht eine Anpassung innerhalb des Unternehmens offenbar unausweichlich. „In Zukunft geht es uns mehr darum, in den Prozessen bei den Kunden schon vorher integriert zu sein, um die Abläufe hinterher auch einfacher und schlanker zu machen.“ Die Herausforderung sei, „wie ermitteln wir im Vorfeld schon beim Kunden die richtigen Daten und wie fließen die Daten vom Kunden an unsere Maschine.“ Denn in Zukunft gehe es nicht mehr um die Frage, was kostet der Druck, was kostet das Papier, sondern wie lean, wie einfach gestalten wir die Prozesse davor. „Das Aufwendige heute an einem Mailingprodukt sind die Ablaufprozesse davor, nicht mehr der reine Prozess der Produktion.“ Gemeinsam mit den Kunden wolle das Unternehmen ermitteln, wo möglicherweise die Herausforderungen für den Kunden von heute und morgen liegen und darauf basierend entsprechende Konzepte und Bausteine entwickeln.

Durch die Zugehörigkeit zur Paragon Group erhält Meillerghp einen völlig anderen Zugang zu den Märkten und den Kunden. „ Die Internationalisierung beider Unternehmen hat mit der Übernahme einen unheimlichen Schritt nach vorne getan. Das ist ein ganz klarer Baustein unserer Strategie in der Zukunft. Und der zweite ist, dass wir aus diesen Märkten heraus versuchen viele Geschäftsfelder, die dort schon etabliert sind, nach Deutschland zu holen“, so Abeln. „Die Anfänge wurden in den ersten drei Monaten gemacht.“ (smü)