Mobile Advertising

Mehr als ein Viertel des Medienkomsums erfolgt 2020 mobil

Der Trend zu mobilem Internet zwingt Marken ihre medienübergreifenden Kommunikationsstrategien neu zu überdenken und sich weniger auf Medienplattformen und mehr auf das Verhalten und die Stimmung der Konsumenten zu konzentrieren, da sich die Abgrenzungen zwischen den Medien immer mehr auflösen.

Am stärksten sind die Einbußen bei Zeitungen und Zeitschriften. Zeniths Schätzungen zufolge haben die Verbraucher zwischen 2011 und 2018 um 45 Prozent weniger Zeit mit dem Lesen von Zeitungen und um 56 Prozent weniger Zeit mit dem Lesen von Zeitschriften verbracht. Das bezieht sich allerdings nur auf die Zeit, die für das Lesen von Printtiteln aufgewendet wurde. Die Zeit, die Verbraucher mit dem Online-Lesen von Zeitungen und Zeitschriften verbringen, wird der Internetzeit zugerechnet. Zahlreiche Publikationen haben online mehr Lesezeit gewonnen als sie in Printform verloren haben.

Fernsehen und Radio haben ebenfalls Nutzungsanteile verloren, jedoch nicht in diesem Ausmaß. So kommt die Studie zu der Schätzung, dass zwischen 2011 und 2018 die mit Fernsehen verbrachte Zeit um 3 Prozent zurückgegangen ist, während im Vergleichszeitraum um 8 Prozent weniger Radio gehört wurde. Fernseh- und Radiosender konnten zwar im gleichen Zeitraum ebenfalls Online-Besucher dazugewinnen, stehen aber im starken Wettbewerb mit digitalen Plattformen wie YouTube und Spotify.

Marken müssen mehr auf die Befindlichkeiten eingehen, um zu punkten

Marken können es zur Steigerung ihrer Bekanntheit, für den Erhalt von Direct-Responses, für One-to-One-Kommunikation oder die Generierung von Earned Content einsetzen, je nachdem wie der Verbraucher das Gerät nutzt und insbesondere in welcher Gemütslage er sich dabei befindet. Durch Fokussierung auf die Grundstimmung der Konsumenten, verschwimmen auch die Abgrenzungen zwischen herkömmlichen und digitalen Medien: Es ist wichtiger, dass ein Konsument Nachrichten liest und weniger wichtig, ob dies in Papierform oder online geschieht. Menschen, die sich Videoinhalte im Fernsehen, auf Laptops oder Smartphones anschauen, haben viele Gemeinsamkeiten, während Menschen, die lange Unterhaltungsprogramme anschauen, sich in einer ganz anderen Grundstimmung befinden als Menschen, die kurze Inhalte auf Social Media scrollen. Marken müssen entscheiden, welche Rolle jede Medienplattform in ihren Kommunikationsstrategien spielt, unabhängig davon, wie der Konsument sie nutzt.

Der Bericht der Agentur beinhaltet auch die Aussage, dass es ein weiteres Wachstum der Onlinezeit geben wird: so konsumieren bereits jetzt eine durchschnittliche Person rund 479 Minuten pro Tag Medien konsumiert – das ist um 12 Prozent mehr als 2011. Für 2020 wird einen Anstieg des täglichen Medienkonsums auf 492 Minuten vorausgesagt.

„Gemäß herkömmlichen Definitionen verlieren alle anderen Medien gegenüber mobilem Internet”, sagte Jonathan Barnard, Head of Forecasting und Director of Global Intelligence bei Zenith. „Aber die Wahrheit ist, dass die Abgrenzungen zwischen den Medien immer unschärfer werden und dass die mobile Technologie Verlegern und Marken mehr Gelegenheiten zum Erreichen von Konsumenten bietet als je zuvor.”