Lernfeld interne Digitalisierung

Wer nicht modern kommuniziert, hat auch keinen langfristigen Erfolg

Lutz Hirsch, geschäftsführender Gesellschafter von Hirschtec

Weg von der Bunkermentalität: Unternehmen müssen sich öffnen

Mobile Websites und Apps, beeindruckende Videos oder auch umfassende Social-Media-Kampagnen: Bei ihrer externen Selbstdarstellung und im Austausch mit Kunden und Geschäftspartnern zeigen Unternehmen gern, wie fortschrittlich sie bei der Digitalisierung sind. Die digitale Vernetzung nach innen – durch neue Formen der Kommunikation, Kollaboration sowie der Aufbereitung von Wissen – bleibt jedoch oft unberücksichtigt. Damit geht die „digitale Schere“ zwischen Außendarstellung und tatsächlicher interner Arbeitsumgebung weit auseinander.

Und das, obwohl gerade die kommunikative Leistungsfähigkeit zum zentralen Erfolgsfaktor für Unternehmen wird. Organisationen müssen sich von ihrer Bunkermentalität verabschieden und durchlässiger werden. Interne Wissenssilos müssen durch die Nutzung interaktiver Intranets, die einen transparenten Austausch und Zusammenarbeit fördern, aufgebrochen werden. Wo es geht, sollten diese Plattformen auch für Einflüsse von außen – durch Partner oder Lieferanten – geöffnet werden. So treiben Unternehmen Innovationen schneller voran, entwickeln Produkte oder Geschäftsmodelle weiter und wagen die nächsten entscheidenden Schritte bei ihrem Digitalisierungsprozess.

Der Mitarbeiter als wichtigste Ressource darf kein Mythos sein

Hierbei oft beschworen: Der Mitarbeiter als wichtigste Ressource. Laut einer aktuellen msg services-Studie wünschen sich 77 Prozent der Büroangestellten eine Kommunikation über Social-Media-Tools. 74 Prozent fordern Messenger-Dienste, die auf jedem Endgerät nutzbar sind. Aber nur 49 Prozent der Führungskräfte halten den internen Einsatz von Social Media für erstrebenswert. Messenger-Dienste erachten lediglich 54 Prozent für sinnvoll. Eine Fehleinschätzung, da Social Intranets nicht nur diese intuitiv bedienbaren Elemente beinhalten und damit die Anforderungen an einen digitalen Arbeitsplatz erfüllen. Sie tragen auch maßgeblich dazu bei, dass Mitarbeiter zu Markenbotschaftern werden – intern wie extern.

Denn Angestellte, die sich orts-, zeit- und geräteunabhängig mit Kollegen und Vorgesetzten vernetzen, ihre Expertise ins Unternehmen einbringen und schnell die für sie relevanten Informationen finden können, empfinden eines: Eine hohe Zufriedenheit und ein Gefühl der Wertschätzung am Arbeitsplatz. Sie identifizieren sich mit der Arbeitgebermarke und kommunizieren dies nicht nur nach innen, sondern auch nach außen – im Dialog mit Familie, Freunden und Bekannten und potenziellen neuen Mitarbeitern.

Auf das richtige Kommunikationscontrolling kommt es an

Diese Mehrwerte haben die Unternehmen, die bereits auf moderne Intranets setzen, längst für sich erkannt. Doch sehen sich interne Kommunikationsmanager auch hier irgendwann mit der Frage von Geschäftsführung oder Vorstand konfrontiert: Welchen messbaren Beitrag leistet das Intranet konkret zur Digitalisierung? Dabei genügt es nicht, einfach nur auf Nutzerstatistiken zu vertrauen.

Was es braucht ist eine Identifikation der Werttreiber für den unternehmerischen Erfolg mit Bezug zu den Managementzielen (Wettbewerbsfähigkeit, Veränderungsbereitschaft). So kann beurteilt werden, inwiefern ein Intranet die Kooperation und den Wissensaustausch im Unternehmen steigert oder die Innovationskraft erhöht. Zudem sollte eine Art Intranet-Scorecard zu Leistungs- (z.B. Nutzerfreundlichkeit, Funktionalität) und Wirkungszielen (z.B. höherer Wissenstransfer) entwickelt werden und fortlaufend durch eine Datenanalyse aktualisiert werden. Dazu gehören z.B. System-Statistiken, anonymisierte Nutzungsdaten und Ergebnisse von kurzen Mitarbeiterbefragungen. Nur so kann der Beitrag eines modernen Intranets zu den Geschäftszielen fortlaufend gemessen und justiert werden.

Was am Ende festzuhalten bleibt: Es gibt noch viel zu tun. Doch die Firmen, die mit einer modernen internen Kommunikation das Fundament für eine ganzheitliche Digitalisierung bilden, haben allen Grund optimistisch in ihre digitale Zukunft zu blicken.