NEOCOM-KONGRESS

Von Mode über Pakete bis zur digitalen City

Blick auf den NEOCOM-Kongress im vergangenen Jahr

Der erste Veranstaltungstag, der 12. Oktober, beginnt mit dem Opening „Retail 2020 – Herausforderungen und Chancen“ unter Beteiligung der beiden Träger bevh und HDE. Die darauffolgende Keynote von Dr. Hans-Georg Häusel, Partner der Gruppe Nymphenburg, trägt den Titel „Blick ins Gehirn – Warum Kunden heute und morgen wirklich kaufen“. Thomas Tuma, Chefredakteur „Handelsblatt“ moderiert im Anschluss den Trendtalk „Wie sehen die großen Player die Marktentwicklung“, unter anderem mit Ralf Kleber, Geschäftsführer von Amazon Deutschland.

Weitere Themenblöcke am ersten Kongresstag sind „Transformation Storys“, zum Beispiel mit Dr. Marcus Ackermann, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bonprix. In seinem Vortrag zur „Digitalen Transformation im internationalen Modehandel“ wird er auf das Erfolgsrezept des Modeunternehmens eingehen. „Die Bedürfnisse der Kunden zu erfüllen, ist im Digital Commerce Pflicht. Auf der Neocom diskutieren wir die Kür. Wer die technologischen Möglichkeiten im Online-Handel konsequent nutzt, hat alle Chancen, den Kunden mit einem für ihn relevanten und inspirierenden Angebot zu begeistern.“ Die Mode von Bonprix ist in Online-Shops, im Katalog oder in einem der deutschen Fashion Stores zu finden. Auch international ist der Modeanbieter aktiv. Mittlerweile gibt es die Marke in 29 Ländern in Europa, Russland und in Nord- und Südamerika. Das internationale Wachstum basiert laut Ackermann auf der konsequenten Multiplikation des Webshops in globalen Modemärkten und der Digitalisierung des Geschäftsmodells. Weltweit baue Bonprix eine vertikale Modemarke mit einem einheitlichen Markenbild aus. Denn starke Markenversprechen seien im digitalen Modehandel eine wertvolle Orientierungsmöglichkeit für die Kunden. Weiterhin wird Ackermann unter anderem auf die User Experience eingehen. Bei dem riesigen digitalen Angebot habe der One-fits-all-Webshop ausgedient. Wer im E-Commerce überzeugen wolle, müsse ein individuelles Einkaufserlebnis bieten. Dazu gehöre eine emotionale und stark personalisierte Ansprache ebenso wie ein auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnittenes, inspirierendes Angebot. Deswegen optimiert Bonprix kontinuierlich die User Experience, rückt dabei das Produkt Mode stärker in den Vordergrund, und zwar auf allen Devices. Die Herausforderung des E-Commerce bestehe zudem darin, die Beratungsleistungen aus dem Stationärhandel in die digitalisierte Welt zu übertragen und eigene Tools zu entwickeln. Daher setze Bonprix auf Personalisierung und differenzierte Modeberatung, biete aus einem breiten Sortiment individuell zugeschnittene Services und steigere damit das Online-Shopping-Erlebnis. Denn relevanter und attraktiver Content, der einen Mehrwert habe oder einfach Spaß mache, sei zielführend, um die Kunden für die Marke und Mode zu interessieren.

Special: Die digitale Innenstadt
Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer HDE Handelsverband Deutschland, wird passend zum Thema „Transformation Storys“ den Wettbewerb „Die Digitale Innenstadt“ vorstellen. Bei dem Wettbewerb hatte Ebay gemeinsam mit dem HDE im Juli die niedersächsische Stadt Diepholz aufgrund ihres überzeugendsten Digitalkonzeptes einstimmig zum Gewinner gekürt. Zu dem Preis gehört die Anbindung der Händler und ihrer Sortimente an Ebay, die Unterstützung durch Ebay beim Start in den E-Commerce, eine eigene Präsenz für die Gewinnerstadt bei Ebay sowie kostenloses WLAN vor Ort in den teilnehmenden Ladengeschäften. Ziel des Projekts ist es, lokalen Händlern zu helfen, am 
Online-Wachstum zu partizipieren. „Jeder Händler muss im Internet zumindest auffindbar sein. Eine gute Möglichkeit für viele Unternehmen kann dabei die Präsenz auf Online-Marktplätzen sein. Ebay ist dabei ein erfahrener Partner. Jedes Handelsunternehmen kann sich ohne großen Aufwand den Marktplatz als zusätzlichen Vertriebskanal zu Nutze machen“, sagt Stefan Genth. In der Startphase plant Diepholz bereits mit 30 teilnehmenden Händlern. Dank des kostenfreien Ebay-Basisshops könnten die Händler neue Zielgruppen erschließen – deutschlandweit und sogar global. Die potenzielle Reichweite für die Händler sei dadurch enorm, denn Ebay bringe 17 Millionen aktive Käufer in Deutschland und 162 Millionen weltweit ein. Die Artikelseiten der Händler werden dabei nicht nur über die klassische Produktsuche, sondern auch über die zentrale Landingpage der Stadt („Diepholz bei Ebay“) gefunden, die nun aufgebaut wird. Insgesamt gab es 13 Bewerbungen aus sechs Bundesländern – die meisten davon aus Bayern und Nordrhein-Westfalen. Die nach Diepholz nächstplatzierten Bingen und Oberhausen erhalten für ihre lokalen Händler Zugänge zu kostenfreien Ebay-Basisshops für zwölf Monate, wenn diese sich neu bei Ebay anmelden, sowie ein Starterpaket mit Ebay-Versandmaterial.

Mehr Flexibilität bei Paketlieferungen erwünscht
Weitere Themenblöcke des ersten Kongresstages sind„Customer Storys“, unter anderem mit Dr. Peter Figge, Partner und Vorstand Jung von Matt, Dirk Hauke, Vorsitzender der Geschäftsführung klingel.de und Dr. Achim Dünnwald, CEO von DHL Parcel, dessen Keynote „E-Commerce 4.0 - customized delivery“ vor dem Hintergrund der kürzlich vorgestellten Ergebnisse einer aktuellen Kundenbefragung zu Wünschen rund um den privaten Paketempfang sehr vielversprechend klingt. DHL Paket hat hierin das Nutzungsverhalten von Online-Shoppern sowie aktuelle Trends im E-Commerce unter die Lupe genommen. Die Teilnehmer wurden nach ihren Erfahrungen, Präferenzen und Kritikpunkten rund um den gesamten Prozess befragt – von der Bestellung über den Lieferprozess bis hin zur Zustellung.Dabei zeigte sich, dass die Kunden vor allem wünschen, dass sich der Paketempfang nach ihnen und ihrem Alltag richtet. Die Convenience, die sie beim Auswahl- und Kaufprozess erleben, soll sich bis zum Empfang fortsetzen. So gaben 78 Prozent der Befragten an, dass sie sich bereits bei der Bestellung mehr Einflussmöglichkeiten und Flexibilität für den Empfang wünschen. Dazu gehört zum Beispiel die Auswahl des Liefertags und der Lieferzeit. Zudem sind für 88 Prozent der befragten Kunden umfassende und transparente Informationen zu ihrer Bestellung nicht nur während, sondern auch nach dem Kauf sehr wichtig. So wurde neben einer Versandbestätigung auch eine Paketankündigung als wünschenswert eingestuft. Hier machen Online-Händler und Logistiker schon heute vieles richtig – mit 99 Prozent fühlt sich die überwiegende Anzahl der Teilnehmer an der Befragung gut über den Stand der Lieferung informiert und hat Informationen per E-Mail erhalten. Die Lieferung an die Haustür, als Standard in der Zustellung, war und ist für viele Empfänger mit 77 Prozent zwar nach wie vor die präferierte Option. Aber auch hier zeigt sich das veränderte Konsumentenverhalten.

So steigen die Nutzung und Beliebtheit  der Optionen für den örtlich flexiblen Paketempfang. Für die Hälfte aller Kunden, die nicht zu Hause sind, wenn das Paket ankommt, ist die Zustellung an den Nachbarn des Vertrauens eine gewünschte Option. Ähnlich beliebt ist die Lieferung der Sendung an eine der bundesweit rund 3.000 DHL Packstationen. Mehr als die Hälfte aller Befragten sind von diesem Empfangsort für ihre Pakete begeistert; für 14 Prozent ist die Packstation sogar die Option erster Wahl für den Empfang. Noch wichtiger als ein alternativer Zustellort ist für viele Kunden jedoch eine möglichst genaue Bestimmung der Zustellzeit. 78 Prozent der Befragten würden eine genaue Uhrzeit auswählen, wenn sie diese Option im Shop angeboten bekämen. Die Abendlieferungen zwischen 18 und 20 Uhr sowie zwischen 19 und 21 Uhr sind dabei die bevorzugten Lieferzeitfenster. Diese bietet DHL Paket nach eigenen Angaben als einziger Logistiker in Deutschland seit diesem Sommer bundesweit an.

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