Payment

Gemeinsam stark

Die Bezahlmöglichkeiten heutzutage scheinen schier unbegrenzt zu sein

Bei einer kürzlichen Trendumfrage zum Thema Payment in ONEtoONE kam heraus, dass Person-to-Person-Zahlungen zunehmen werden und dass mobile Wallets an Bedeutung gewinnen werden. Panagiotis Karasavvoglou, Country Head Germany bei Six Payment Services, sagte: „Mobile Wallets werden an Bedeutung gewinnen, und P-to-P-Zahlungen wie der Geldversand per E-Mail oder Handynummer rücken stärker in das Bewusstsein der Konsumenten. Bei einem Kauf – egal ob mobil, online oder am PoS – entstehen anonyme Daten, die ein Händler nutzen kann, um seine Kunden besser zu verstehen und die Customer Journey perfekt zu begleiten. Daher sind Big-Data-Analysen ein weiterer Payment-Trend.“

Alexander Rehmann, Marketingleiter bei Payone, sprach davon, dass der Markt enger zusammenwächst: „Der Trend im Payment-Markt geht ganz klar in Richtung strategische Partnerschaften. Das Ganze ist aber weniger eine ‚oder-Frage‘. Sowohl Konsolidierungen als auch stetig neue Anbieter und Produkte bestimmen die Zukunft des Payments. Konsolidierungen sind die logische Folge hoher Konkurrenz und starker Dynamik im Payment-Markt.“ Mirko Hüllemann, Geschäftsführer von Heidelberger Payment, erwartete hingegen eine Umkehr der Konsolidierung: „Die EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD II wird den Payment-Sektor sowohl auf Anbieter- als auch Dienstleisterseite stark verändern. Die neuen Regularien für Kundenauthentifizierung, Öffnung der Bankenwelt für Dritte und die weitere Standardisierung innerhalb Europas bieten enormes Potential für neue, innovative Angebote. Wir erwarten daher nicht nur ein Ende der Konsolidierung, sondern vielmehr eine Umkehr dieses Prozesses. Auch der sehr stark wachsende Fin-Tech-Sektor lässt vermuten, dass wir an der Schwelle zum Aufkommen vieler neuer Technologien und Angebote stehen.“

Zukunft der europäischen Fintech-Branche

Es ist in jedem Fall zu beobachten, dass immer mehr Marktteilnehmer Partnerschaften eingehen oder sich zusammenschließen, um sich gegenüber Politik oder anderen Branchen zu behaupten. Ein Beispiel ist eine neue Koalition aus 66 in den EU-Mitgliedstaaten sowie auf globaler Ebene im Finanzsektor tätigen Unternehmen und Verbänden, die ein PSD2-Manifest verfasst und unterzeichnet hat. Ziel des Dokuments ist es, die Europäische Kommission dazu zu veranlassen, Änderungen an dem aktuellen Entwurf der Regulatory Technical Standards (RTS) unter der zweiten Zahlungsdiensterichtlinie (Payment Services Directive 2, PSD2) vorzunehmen.

Wenn die RTS so, wie sie aktuell von der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) vorgesehen sind, verabschiedet werden, haben sie potentiell negative Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle vieler im Fintech-Umfeld agierenden Firmen, da sie das rückgängig machten, was Fintech-Unternehmen in den vergangenen Jahren erreicht haben, schreibt Koalitions-Mitglied PPRO.

Die Initiative aus 66 Unternehmen ist davon überzeugt, dass die vorgesehenen Standards, insbesondere diejenigen, die die Kommunikation zwischen Fintechs und Banken im Namen der Kunden betreffen, einen negativen Effekt hätten – ganz im Gegensatz zu dem, wofür die PSD2 ursprünglich vorgesehen war. Die vorgesehenen Standards hätten einen nachteiligen Einfluss auf den Wettbewerb, gefährdeten die Kontrolle der Verbraucher über ihre persönlichen Finanzdaten und hätten besonders negative Auswirkungen auf die zukünftige Innovation in Europa. Darüber hinaus sind sie nicht nur mit der PSD2 unvereinbar, sondern würden Fintechs zudem zwingen, sich in eine technologische Abhängigkeit von Banken zu begeben, da sie diese in die Position des Torwächters für den Fintech-Sektor versetzen würden.

Das Manifest umreißt gemeinsame Sorgen sowie Vorschläge, wie die Standards sowohl den Wettbewerb als auch die Innovation und Verbraucherauswahl verbessern könnten. Abrufbar unter: 
Futureofeuropeanfintech.com.

Zu den Unterzeichnern gehören auch Klarna und Sofort. Die Unternehmen sind ebenfalls ein Beleg für Kooperationen, vielleicht der größte in Deutschland in den letzten Jahren (Klarna kaufte Sofort im Jahr 2014). Der Geschäftsführer Marc Berg spricht ebenfalls von einer Konsolidierung: „Ein ganz klarer Trend im Payment-Markt ist – immer noch – das Thema ‚Mobile Payment‘. Die Zukunft lautet ‚Mobile first‘ – auch beim Einkaufen. Dabei werden besonders die Punkte Bequemlichkeit und Schnelligkeit immer wichtiger. Der User möchte unkompliziert, schnell und sicher zahlen – und das ortsunabhängig und flexibel in der Gerätenutzung. Außerdem findet ein Trend hin zum Cross-Border-Geschäft statt. Wir bieten unsere Services mittlerweile in mehr als 18 Märkten unseren über 60 Millionen Kunden an. Tendenz steigend. Das hat auch damit zu tun, dass wir verstärkt eine Konsolidierung des Payment-Marktes erleben. Es gibt zwar immer neue Anbieter mit neuen Lösungen, jedoch konzentriert sich der Markt zusehends auf die großen Player. Mit den Übernahmen von Playern wie Sofort und Billpay konnten wir unsere Rolle als einer der führenden europäischen Zahlungsanbieter nochmals verstärken.“

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