Kommentar

Die PR-Maschinerie zur dmexco nimmt wieder Fahrt auf

Daniel Borchers, ONEtoONEEs ist spannend zu beobachten, wie Marketing-Dienstleister Pressearbeit betreiben, vor allem, wenn man Public Relations einmal studiert hat. Es gibt jene Unternehmen, die einen eigenen PR-Verantwortlichen beschäftigen und sich eigentlich nur bei der Presse melden, sobald es etwas Neues gibt. Das kann man nur als vorbildlich bezeichnen. Dann gibt es jene Unternehmen, die PR-Agenturen beauftragen, diese Arbeit für sie zu übernehmen. Auch das ist legitim und hilfreich, oft wissen die Agenturen auch besser, was Journalisten benötigen und was nicht. Da wird dann von Unternehmensseite vielleicht auch mehr gefordert, sodass gelegentlich unnötige Themenangebote entstehen, oder Agenturen versuchen, eigene Themen zu entwickeln, um mehr Leistungen zu verkaufen. Beides ist verständlich und man ist als Journalist auch dankbar, wenn man verlässliche Ansprechpartner hat. Man sollte es aber nicht übertreiben.

Dann gibt es jene Unternehmen, die sich nie mit verwertbaren Neuigkeiten melden, sich aber beschweren, wenn sie nicht berücksichtigt werden. Das ist durchaus keine Minderheit. Aber am unglücklichsten wirkt es auf mich, wenn sich Unternehmen nur einmal pro Jahr melden, nämlich zur dmexco. 2015 waren dies bei mehr als 800 Ausstellern auch gefühlt die Hälfte. Die Messe ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Was aber nicht unbegrenzt mitwachsen kann, ist der Platz, den Print-Medien zur Verfügung stellen können. In diesem Jahr werden sogar über 950 Aussteller und 50.000 Besucher erwartet. Es gehen bereits wieder E-Mails und Anrufe von Unternehmen ein, die ihre Kommunikation stark auf die Messe fokussieren. Wir können aber nur raten: Arbeiten Sie antizyklischer. Gerade zu Messen sind Journalisten mit Informationen massiv überladen. Versuchen Sie also lieber, sich dann zu melden, wenn es niemand sonst tut. Dann klappt’s auch mit der Presse.