ZAW

Arbeitsmarkt der Werbebranche boomt

Bild: Paul-Georg Meister / Pixelio.de

Startete das erste Halbjahr 2016 noch verhalten mit sechs Prozent plus mehr Jobofferten für Werbefachleute, zog das zweite Halbjahr deutlich an: 45 Prozent mehr Jobangebote als im Vorjahreszeitraum, wertete der ZAW aus. Die positive Gesamtbilanz von 5.513 Jobangeboten und 26 Prozent plus für 2016 bedeutet das beste Ergebnis seit Jahren. Zuletzt wurden 2001 ähnlich viele Stellen in der Werbung ausgeschrieben (6.046).

Klassische Agenturberufe stark nachgefragt

Die Agenturen suchten 2016 deutlich mehr Mitarbeiter mit plus 32 Prozent: So wiesen auch sämtliche klassischen Agenturberufe positive Werte aus, wie zum Beispiel Art-Director (+48 Prozent), Grafiker (+59 Prozent), Planner (+94 Prozent) oder Texter (+25 Prozent). Einzige Ausnahme bei den Agenturberufen bildeten die Konzeptioner mit einem Minus von elf Prozent. Content-Experten (+10 Prozent) wurden von den Agenturen ebenfalls gesucht und geradezu händeringend IT-Fachleute mit +179 Prozent, bei letzteren vor allem Web und Mobile Developer. Für die Werbeproduktion suchten die Agenturen zu 97 Prozent mehr Mitarbeiter, speziell Produktioner und Techniker.

In der Werbemittelverbreitung gab es hingegen bei den Anzeigenfachleuten mit minus zehn Prozent einen deutlichen Rückgang, dies zum zweiten Mal in Folge (-7 Prozent in 2015). Die Medien insgesamt schreiben zwölf Prozent weniger Stellen aus als im Vorjahr.

Die werbenden Unternehmen suchten über alle Berufe hinweg etwas mehr Mitarbeiter, was zu einem leichten Stellenplus von zehn Prozent führte.

Trotz Mindestlohn stieg laut Stellenanalyse die Zahl der Praktikanten um fünf Prozent.

Bedeutung der Agenturen als Arbeitgeber steigt weiter

Die Relevanz der Agenturen als Arbeitgeber belegt auch ihr steigender Anteil an den Stellenangeboten: Er betrug 88 Prozent an den Jobofferten, so das Ergebnis der ZAW-Analyse im Vergleich zu 83 Prozent im Jahr 2015. Der Anteil der Medien hingegen sank von 13 auf 9 Prozent im Jahr 2016, der Anteil der werbenden Firmen blieb konstant bei drei Prozent wie im Vorjahr.

Die Zahl der Arbeitsplätze in der kommerziellen Kommunikation zeigte ebenfalls positive Signale mit mehr als 900.000 Beschäftigten: Dem Plus bei Werbegestaltung/-produktion und Digitalbereich stand ein leichtes Minus in der Werbemittelverbreitung und der Druckindustrie gegenüber. Analog zur ZAW-Stellenangebotsanalyse sanken auch die Arbeitslosenzahlen das dritte Jahr in Folge: Die Bundesagentur für Arbeit weist 23.239 Arbeitslose im Bereich Werbung und Marketing aus zu 24.550 Personen im Vorjahresmonat, das ist ein Minus von rund fünf Prozent.

Die Trendanalyse des ZAW umfasst die Auswertung von Jobangeboten in ausgewählten Medien und auf ausgewählten Websites. Nicht erfasst werden Jobmessen, soziale Netzwerke oder Job-Portale. (red)