BVDW

Zur dmexco vorab: Drei Fragen an Matthias Wahl

Matthias Wahl

ONEtoONE: Wenn Sie Revue passieren lassen: Welche Themen haben Ihren Verband die letzten zwölf Monate am meisten bewegt?
Matthias Wahl:
Die gesamte Wirtschaft befindet sich in einem gewaltigen digitalen Umbruch - als Kompetenzzentrum der digitalen Transformation ist der BVDW mittendrin. Dazu befindet sich der Verband inhaltlich wie thematisch in einem ständigen Entwicklungsprozess, um die Wirtschaft auf diesem Weg zu begleiten. Durch die Digitalisierung, die sich auf praktisch alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche massiv auswirkt, entstehen an vielen verschiedenen Punkten Schnittstellten zum BVDW. Über Jahre hinweg etablierte Geschäftsmodelle werden plötzlich auf Grund digitalisierter Alternativen redundant und Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Services und Produkte zukunftsfähig auszugestalten. Nicht selten muss dafür die gesamte Unternehmensausrichtung von Grund auf neu gedacht werden. Auf das digitale Marketing heruntergebrochen, liegen die größten Herausforderungen, aber auch das vielversprechendste Potenzial, in der wachsenden Quantität und Qualität von Daten. Die Fähigkeit, diese effektiv zu erheben, auszuwerten, zu filtern und richtig zu verarbeiten, wird zu einem wettbewerbsentscheidenden Faktor werden.

Welche Ihrer persönlichen Ziele als Präsident haben Sie erreicht, woran wollen Sie künftig verstärkt arbeiten?
Es ist mir ein besonderes Anliegen, den BVDW mit seinen Mitgliedern in der deutschen Wirtschaft als ersten Ansprechpartner und verlässlichen Wegbegleiter im Prozess der digitalen Transformation zu etablieren. Hierzu hat sich der gesamte Verband in der Breite wie in der Tiefe hervorragend aufgestellt und treibt die thematische Weiterentwicklung intensiv voran. So wie wir beispielsweise als einziger Verband die gesamte Wertschöpfungskette der digitalen Werbung repräsentieren, werden wir künftig auch der Verband sein, der über seine Mitglieder und Themen die gesamte Digitale Wirtschaft in all ihren Facetten abbildet. Das ist unser Selbstverständnis als Bundesverband Digitale Wirtschaft. Und von dieser Kompetenz profitieren alle unsere Mitglieder, ob alt oder neu.

Auf welche Digital-Trends müssen sich Marketing-Fachkräfte künftig einstellen?
Marketing-Fachkräfte müssen sich im Rahmen der Automatisierung immer mehr technisches Verständnis aneignen und sich zunehmend zu Daten-Spezialisten entwickeln. Auch Entwicklungen wie das Internet der Dinge erreichen mehr und mehr die Konsumenten und werden in der Folge das Marketing elementar verändern und viele neue Möglichkeiten eröffnen. Insbesondere deshalb, weil die Anzahl der Datenquellen rasant wächst. Die Customer Journey wird erweitert und gleichzeitig noch besser abbildbar sein, und Zielgruppen können in weiteren Nutzungssituationen erreicht werden. Insgesamt muss das, im Interesse aller, zu qualitativ hochwertigerer Werbung und einem gezielteren Kundendialog führen. Für Marketing Fachkräfte gilt es, dieses Potenzial kreativ zu erschließen und die neuen Datenquellen möglichst effizient auszuschöpfen.

(db)