Technologie

Warum jedes Unternehmen ein digitales Ökosystem braucht

Unternehmen stehen vor der Entscheidung für welche Plattform sie einen Bot bauen. Doch aufgrund der zunehmenden Abhängigkeit von den Betreibern sollten sie auch an Alternativen denken

Was besser an die Umwelt angepasst ist, setzt sich durch. Dieser Leitsatz findet nicht nur in der Natur Anwendung. Auch in der digitalen Welt spiegelt sich sein hoher Wahrheitsgehalt wider. Die Welt befindet sich im Wandel. Im digitalen Wandel. Und wer nicht mithalten kann, verliert den Anschluss. Im Überlebenskampf der Digitalisierung ist der Aufbau eines eigenen (digitalen) Ökosystems unausweichlich. Die Vernetzung mit der Umgebung erfordert einiges an Mut und Veränderung, doch traut sich ein Unternehmen an die Ufer neuer Digitalisierungsstrategien, sichert es sich sein neues und damit reales Fortbestehen.

Fünf Milliarden Menschen weltweit nutzen Mobilfunk. Rechnerisch hat damit jeder Mensch ein Handy oder Smartphone. Zu diesem Ergebnis kommt der „Mobility Report“ von Ericsson. Tatsächlich gehörte das Handy im konzeptionellen digitalen Ökosystem bisher zu den „Konsumenten“, jene Gruppe, die in Abhängigkeit zum „Produzenten“, dem Geber, stehen. Dann aber wandelte es sich recht schnell zum Produzenten selbst und damit zur Grundlage eines jeden Ökosystems. Denn: Immer öfter ist es das Smartphone, wie wir es heute kennen, welches den Menschen in den Erstkontakt mit dem Internet bringt.

Es ist also wenig verwunderlich, dass auch Unternehmen vermehrt auf das Smartphone zurückgreifen, um den Kunden im Alltag zu begleiten. Apps waren dabei der erste Schritt in Richtung Alltagseinbindung. Nun aber werden die Kunden durch immer bessere und einfachere digitale Lösungen beeinflusst. Die Angebote müssen den Erwartungen der Nutzer entsprechen, und diese Anforderungen sind bereits über das Smartphone hinausgewachsen. Nun müssen die Unternehmen reagieren. Die Lösung: der Aufbau eines eigenen digitalen Ökosystems.

Digitale Ökosysteme gruppieren die Angebote, Dienstleistungen und Produkte, die den Alltag der Zielgruppe vereinfachen. Sie greifen den Kunden in jeder Situation des Alltags ab. Bill Gates hat die ideale Welt 2005 wie folgt beschrieben: „Ich will meine Musik hören, wenn ich im Auto sitze, aber auch im Büro, im Wohnzimmer oder in der Küche.“ Laut Gates liefert der Küchentisch das passende Rezept zu den gerade abgestellten Einkaufstüten und der Kühlschrank bestellt eigenständig Produkte. Natürlich alles drahtlos. Was 2005 noch weit entfernt klang, ist heute näher denn je. Bots wie Amazons Echo oder Googles Home legen das nah indem sie zunehmend in unser Leben eingreifen. Solch eine tiefgreifende und dauerhafte Umgestaltung von wirtschaftlichen & sozialen Verhältnissen und Arbeitsbedingungen ging einst mit der industriellen Revolution einher. Auch heute befindet sich die Welt in einer Revolution. Die Auswirkungen sind heute ähnlich. Nur dieses Mal ist die Revolution eine digitale.

Sich als Unternehmen digital aufzustellen ist aber schwierig. Welchen Weg soll man als Unternehmen da gehen? Einen Überblick liefern Axel Jahn, CEO bei der Digital-Agentur diva-e, und sein Partner Dr. Peter Gentsch. Die beiden klären im ONEtoONE-Interview auf Seite 2 über die Notwendigkeit eines digitalen Ökosystems auf.

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