Katalog, Briefmailing, Flyer:

Wie sich 2018 die Print-Kommunikation ändern wird

Laut einer Befragung der Onlinedruckerei Kartenmacherei.de haben Printprodukte generell eine wichtige Bedeutung für Unternehmen. Durchschnittlich verzichten nur vier Prozent der befragten kleinen Unternehmen, unabhängig von der Branche, auf Druckerzeugnisse.

Andere Studien stützen die These vom Print-Trend. Im Handel gingen laut EHI-Marketingmonitor zwar die Ausgaben bei klassischen gedruckten Werbeformen im Jahresvergleich um fünf Prozent zurück. Aufgrund gesunkener Druckkosten ist die Bilanz jedoch eher positiv. Der Dialog Marketing Monitor der Deutschen Post wiederum hatte für 2016 ein Umsatzwachstum von 2,3 Prozent bei volladressierten Werbesendungen gemeldet. Im Dezember hatte zudem das BVDM-Konjunkturtelegramm Deutsche Druck- und Medienindustrie ein Plus von 6,7 Prozent beim Geschäftslageindex gemeldet.

Dass Kataloge, Mailings, Flyer, POS-Material und Paketbeileger durchaus weiter im Marketingmix der Unternehmen einen festen Platz haben, davon sind alle Teilnehmer unserer Umfrage überzeugt. Auch wenn beispielsweise der ehemalige Katalogversender Otto dem Katalog nur noch eine Nischenpräsenz zugestehen will: Der Katalog sei „heute ein Instrument unter sehr vielen. Wir machen weit über 90 Prozent des Umsatzes online. Die Auflage der Printformate ist in den vergangenen Jahren gesunken und wird weitersinken“, erzählt Kommunikationsleiter Nic Marten.

JannauschKarl-Erich JannauschDem gegenüber sieht Informationsmanager Karl-Erich Jannausch von Jannausch Dialogmarketing keinen generellen Rückgang bei Druckaufträgen: „Es verändern sich nur die Auflagen. Bei einigen Firmen verändert sich rein gar nichts.“ Auch der General Manager von Riversand, Benjamin Rund, geht davon aus, dass im kommenden Jahr bereits mehr „Beilagen und Promotion Flyer in den vielen Versandboxen personalisiert und mit mehr relevanten Angeboten bestückt werden.“

Dass 2018 eine Spezialisierung um sich greifen wird, prognostiziert Roland Potthoff, Marketingchef des Mayer-Kuvert-Network: „Mit Web-to-Print Kampagnen - und andersherum - werden sich Maßnahmen und Touchpoints immer weiter ergänzen. Auflagen werden sinken und spitzer werden.

RiversandBenjamin RundJörg Rewer, Gesellschafter bei Laudert, sieht bei seinen Kunden den Trend nach maximaler Effizienz bei gleichzeitigem Anspruch, Zielkunden möglichst individuell anzusprechen. „Tendenziell weniger Produkte und mehr Inhalte in Form von Stories“, erwartet Digitalmarketingexperte Sebastian Eisenbürger künftig bei Printwerbemitteln.

Helmut Hartinger, Geschäftsführer von Berater Sommer & Goßmann sieht als Trend für 2018 „Postkarten und Selfmailer in kürzeren Werbezyklen als Hinführung zum Onlineshop“. Auch er setzt weiter auf Printwerbung: „Es ist ein Teil des Marketing-Mix und gewinnt an Bedeutung, denn gut gemacht erzeugt es guten Response - gerade auch bei jüngeren Zielgruppen und dient zur Hinführung zum Shop und zu Angeboten.“

Andreas Schütz, Marketingmanager bei Briefodruck Fülle sieht für 2018 die Notwendigkeit für Image-Kataloge mit Mehrwert, Personalisierung sowie „wertvollen Content“. Er fasst den Trend zusammen: „In einer zunehmend flüchtigen digitalen Welt nimmt gedruckte Werbung durch ihre Wertigkeit und die bloße physische Präsenz nach wie vor einen besonderen Stellenwert ein.“


Dieser Artikel ist eine Vorveröffentlichung aus ONEtoONE 2/2018.