Karriere

Welcher Maxime folgen Sie im Berufsleben?

Sigrid Sieber
DataM Services, Würzburg

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet“. Friedrich Schiller spielte mit diesem Ausschnitt aus „Die Glocke“ zwar auf einen anderen Lebensbereich an, aber für mich ist die Aussage durchaus auf die Arbeitswelt adaptierbar. Wer eine langfristige Verpflichtung eingehen will, sollte im Vorhinein verschiedene Optionen prüfen, Szenarien durchgehen und Alternativen abwägen. Auch aus den Erfahrungen anderer zu lernen kann manchmal sehr hilfreich, zeit- und kostensparend für das eigene Business sein. Es muss also nicht immer der erstbeste Trend sein, von dem man sich beeindrucken lässt, „... ob sich nicht was Besseres findet“.

Christoph Brust
esome advertising, Hamburg

Bei esome advertising halten wir uns gern an die Maxime „Viele Hände, schnelles Ende“ – denn, wenn alle an einem Strang ziehen und auf das gleiche Ziel hinarbeiten, kommt man deutlich schneller voran. Diese Maxime bedeutet für uns aber auch, dass wir unseren Kollegen immer eine Hand leihen, wenn gerade eine fehlt: Sei es bei einer
kurzfristigen Kundenanfrage, einem teamübergreifenden Projekt, beim Messestand-Abbau, beim Spülmaschine-Aus- oder Friday-Beer-in-den-Kühlschrank- Einräumen – bei uns sind all hands on deck.

Tom Davis
VORN Strategy Consulting, Berlin

Wir sollten uns alle einfach mal fragen: „What would Beyoncé do?“ Denn wir alle laufen Gefahr, uns selbst zu ernst zu nehmen, und vergessen dabei, die Dinge  aus neuen Perspektiven zu sehen, die nicht unsere eigenen sind. Die
Forschung zeigt, dass wir in leichterer Stimmung größere Momente der Inspiration haben – es ist also Zeit, Humor ernst zu nehmen!

Frank Bachér
RMS, Hamburg

„Fang nie an aufzuhören, hör nie auf anzufangen“ – das Zitat von Marcus Tullius Cicero passt perfekt zu meiner Lebenseinstellung. Ich verstehe darunter, klare Ziele zu formulieren, konsequent zu verfolgen und auch bei Schwierigkeiten nicht aufzugeben. Gerade in meinem derzeitigen Beruf – im Umfeld Online Audio – ist das Angehen und Umsetzen neuer Entwicklungen und Geschäftsfelder wichtig, um ein junges Medium zu entwickeln. Mein spannender Job erfüllt diese Maxime, die Cicero schon vor über 2000 Jahren beschrieben hat – insbesondere durch die Innovations- und Disruptionskraft digitaler Medien.

Alexander Gösswein
Criteo, Paris

Bei mir mischen sich die beiden Leitsätze „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ und „Der Kunde ist König“. Als ich vor fast sieben Jahren bei Criteo angefangen habe, hatten wir mit unserem Retargeting-Produkt die Marktführerschaft erreicht. Darauf aufzubauen und dabei unsere und die hohen Erwartungen unserer Kunden kontinuierlich zu übertreffen war nicht leicht. Unsere Kunden erwarten optimale Beratung in ihrem Business, die wir heute mit unserem Commerce Marketing Portfolio auch bieten. Der Weg dahin war allerdings alles andere als linear. Wir probieren viel aus und haben dabei auch so manches zunächst vielversprechende Produkt wieder eingestellt, wenn wir die Bedürfnisse unserer Kunden damit nicht zu unserer eigenen Zufriedenheit erfüllen konnten. Doch ohne die Bereitschaft, stetig Neues zu wagen, können wir diese Erwartungen auf Dauer nicht erfüllen.

Rodolfo Oliveira
Spreadshirt, Leipzig

„All in“ für Social Media und Trends: Ein essenzieller Grund, warum viele Unternehmen scheitern – sie handeln und agieren nicht im Hier und Jetzt. Abwarten, während andere Innovation vorantreiben, und umsetzen und nicht den Vorteil sehen, auch mal ein Risiko einzugehen, kann fatal enden. Wer beispielsweise aktuell nicht mit vollem Einsatz Social Media in seine Marketingstrategie einbindet, arbeitet sehr nah an der Irrelevanz-Grenze. Adaptiere und folge Trends frühzeitig, denn sobald der gesamte Markt sie wahrnimmt und erkennt, verwässern sie. Dieser Philosophie folge ich im Marketing. Auch wenn das Spiel und die Regeln sich gegebenenfalls ändern, bleibe ich stets in der Offensive, während andere weiterhin nur in einer Verteidigungshaltung verharren und abwarten.

Walter Plötz
JustPlötz, Aumühle bei Hamburg

Mein erster Gedanke war, als ich das Thema des Rundrufs las: Wie soll man dazu etwas schreiben, ohne sich auf den berühmten Sockel zu heben? Aber dann merkte ich recht schnell, wie spannend es ist, sich auf diese Weise selbst zu reflektieren. Denn ich habe mein Berufsleben nie bewusst nach einem Leitsatz ausgerichtet. Ich handelte aus dem Bauch heraus – und das kann ich guten Gewissens als Fairplay bezeichnen. Fair gegenüber Mitarbeitern und Kunden, gegenüber Freelancern und Dienstleistern. Faires Bewerten in den Jurysitzungen und hart, aber fair auch gegenüber sich selbst, zum Beispiel, wenn man gerade nicht die Knaller-Idee hatte und noch einmal mit sich in die Bütt musste. Ja, ich denke, das kann ich hier so schreiben und kann auch morgen noch in den Spiegel schauen. Sprichwörtlich.

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