Social-Media-Blindness

Nutzer ignorieren 'Gefällt mir'-Angaben

Social-Media-Bewertungen, die in Websites eingebunden sind (Pfeil) nahmen die Probanten der Eyetracking-Studie nicht wahr

In einer Studie mit 20 Probanden wurde per Eyetracking untersucht, ob und wie Webseitenbesucher die eingebetteten Bewertungen wahrnehmen und ob die Bewertungen die Besucher beeinflussen, wenn sie entscheiden ob sie ein Angebot attraktiv finden.

Bei etwa einem Drittel der aufgezeichneten Blickdaten wurden die Bereiche mit den Likes und Bewertungen gar nicht betrachtet oder nur beim Überfliegen gestreift. Wenn die Likes und Bewertungen überhaupt betrachtet wurden, wurden sie erst relativ spät mit den Augen fixiert, im Durchschnitt nach 25 Sekunden. Die Betrachtungszeit war dann mit durchschnittlich knapp über zwei Sekunden sehr kurz. Da es sich um sehr einfache Inhalte handelte, ist eine kurze Betrachtungsdauer laut Studienautoren durchaus plausibel.

Nach der Betrachtung wurden die Teilnehmer gefragt, ob sie die Bewertungen wahrgenommen haben. Jeweils ein Drittel der Probanden hatte die Bewertungen nicht wahrgenommen oder war sich nicht sicher, ob es überhaupt Social-Media-Bewertungen gab. "Eine positivere Einschätzung der Webseiten-Angebote (durch die Probanten) war nicht messbar", schreiben die Autoren. Webseitenbesucher blendeten Social-Media-Inhalte auf Webseiten häufig aus, vermutlich da sie ihnen keine Informationen zu den Produkten oder dem dargestellten Unternehmen liefern - "Social-Media-Blindness" statt "Banner-Blindness" nennen die Autoren dieses Phänomen.