Mediennutzung

Mobile Internetnutzung nimmt zu und wird vielfältiger

Smartphone-Giganten wie Samsung und Apple können weiter auf rosige Zeiten hoffen

Die beliebtesten Geräte für die Internetnutzung bleiben Desktop- beziehungsweise Laptop-Computer (in Deutschland 89 Prozent). Die mobile Online-Nutzung ist in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozentpunkte auf 69 Prozent gestiegen. In Österreich und der Schweiz bleibt die mobile Nutzung mit jeweils 72 Prozent auf einem bereits hohen Niveau (2015: 70 Prozent). Das zeigt die aktuelle Mediennutzungsstudie für die DACH-Region des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW), des IAB Austria und des IAB Switzerland. Instant Messaging ist dabei eine der beliebtesten Anwendungen auf dem Handy: In allen drei Märkten wird, mit einem Anteil von 33 Prozent in Deutschland, 40 Prozent in Österreich und 42 Prozent in der Schweiz, täglich bereits mehr per WhatsApp und ähnlichen Diensten als über E-Mails kommuniziert. Social Media sind für Marken vor allem in Österreich wichtige Kommunikationsplattformen: Mehr als die Hälfte der Befragten informiert sich in sozialen Netzwerken über Produkte, in der Schweiz immerhin noch 47 Prozent und 41 Prozent in Deutschland.

Shopping wird mobiler
Dass sich das Internet nicht nur als Produktinformationsquelle eignet, sondern Kunden auch direkt zum Kauf „abgeholt“ werden, zeige der Schwerpunkt E-/M-Commerce der Studie. Der Anteil an Personen, die über den PC mindestens einen Einkauf pro Monat tätigt, bleibt konstant hoch (Deutschland 69 Prozent). Besonders in der Schweiz und in Österreich wird auch zunehmend mobil eingekauft. Mit 36 Prozent monatlichen M-Commerce-Kunden hat die Schweiz 2016 nicht nur den höchsten mobilen Anteil (D: 29 Prozent, A: 31 Prozent), sondern auch die höchste Wachstumsrate von 27 Prozent Steigerung gegenüber dem Vorjahr (D: plus 2 Prozent, A: plus 23 Prozent).

Anzahl internetfähiger Endgeräte steigt weiter
Im Schnitt nutzt etwa ein Drittel der Befragten aus der DACH-Region ein Tablet für den Internetzugang. Deutliches Wachstum zeige sich in allen drei Ländern bei Smart-TVs (D: 25 Prozent, A: 20 Prozent, CH 23 Prozent; 2015: 19/16/18). Durchschnittlich entspricht das einer Steigerung von fast 30 Prozent. Im Vorjahresvergleich sind aber Wearables am stärksten auf dem Vormarsch. So hat sich vor allem die Verbreitung von Fitness-Trackern erhöht (D: 10 Prozent, A: 9 Prozent, CH 10 Prozent; 2015: 5/6/9). Allerdings müssen laut Studie die Anbieter von Smartwatches und Fitnesstrackern oder auch Datenbrillen die Gerätevorteile deutlicher herausstellen. Konsumenten sei der Nutzen solcher Endgeräte nicht ausreichend klar. Die Verbreitung vernetzter Haushaltsgeräte oder Autos liege auf dem Niveau der Wearables.

Verstärkter Videokonsum per Smartphone
Die Nachfrage nach Musikvideos, Videoclips und Videopodcasts ist in allen drei Märkten mit Werten zwischen 51 und 54 Prozent ähnlich stark. Große Unterschiede zwischen den Ländern zeigen sich allerdings bei der detaillierteren Analyse von Bewegtbildinhalten im Vergleich der unterschiedlichen Endgeräte: In der Schweiz und in Deutschland werden beispielsweise auch längere Formate wie solche aus Mediatheken zu annähernd gleichen Anteilen auf Desktop/Laptop (D: 28 Prozent, CH: 31 Prozent) und am Smartphone (D: 22 Prozent, CH: 29 Prozent) genutzt. In Österreich hingegen ist Nutzung per Handy (9 Prozent) nicht einmal halb so groß wie auf größeren Screens (22 Prozent).

BVDW-Präsident Matthias Wahl sagt: „Die aktuelle Mediennutzungsstudie bestätigt die täglichen Erfahrungen im digitalen Marketing. Die mobile Internetnutzung befindet sich bereits auf einem hohen Niveau, und steigt immer noch stark an. Vor allem aber entwickelt sich die Bewegtbildnutzung rasant. Das bezieht sich weniger auf die Inhalte an sich, sondern vornehmlich auf das genutzte Gerät und die sich verändernde Nutzungssituation.“

Die Forschungsagentur d.core in München befragte für die dritte Gemeinschaftsstudie von BVDW, IAB Austria und IAB Switzerland insgesamt 3.004 Internet-Nutzer in Deutschland (1.000), in Österreich (1.009) und der Schweiz (995) im Mai/Juni 2016. Die Stichprobe wurde Internet-repräsentativ nach Alter und Geschlecht aus Online-Nutzern im Alter von 16 bis 69 Jahren ausgewählt. Es wurden Soziodemografie, allgemeine Mediennutzung, die Internet-Nutzung im Besonderen, E- und M-Commerce-Verhalten sowie Marken-Rezeption abgefragt. Zudem wurde das Interesse an Wearables sowie verknüpften Anwendungen eruiert. (vj)