Gastbeitrag

Wie Werbungtreibende die „Ad-pocalypse“ überleben

Bei erfolgreicher Werbung geht es keineswegs nur um lustige Katzen auf Skateboards, sagt Martin Dräger, Geschäftsführer Deutschland bei Unruly

Neun von zehn Deutschen verwenden entweder bereits eine Ad Blocking-Software oder ziehen deren Nutzung in Betracht. Das geht aus einer aktuellen Unruly-Studie hervor, für die wir 3.200 Konsumenten zu ihren Erwartungen an Online-Werbung befragt haben. 72,4 Prozent der Befragten finden es abschreckend, wenn ihnen Werbung bei ihrer Reise durch das Web folgt. 82 Prozent der deutschen User geben an, dass sie Werbevideos einfach stumm schalten.

Kein Wunder: Marken pumpen derart massiv Videoinhalte in die Newsfeeds und sozialen Netzwerke, dass sich die potenziellen Kunden erschlagen fühlen. Die Branche bewegt sich geradewegs in eine „Ad-pocalypse“. Wir riskieren einen irreversiblen Vertrauensverlust, bei dem Internetnutzer Werbung aktiv aus ihrem Leben verbannen, wenn Marken ihre Beziehung zum Konsumenten weiterhin überstrapazieren.

Werbungtreibende müssen wieder respektvoller mit ihren Zielgruppen kommunizieren - sofern sie ihre Konsumenten weiterhin für das Anschauen von Online-Werbevideos begeistern und zur Interaktion bewegen wollen. Allerdings ist es dafür erforderlich zu wissen, wie man die Aufmerksamkeit seiner Zielgruppe innerhalb des übervollen Werbe-Ökosystems gewinnt.

Diese sieben Schritte helfen Advertisern dabei, ihre Werbung wieder erfolgreich zu machen und ein gemeinsames Erlebnis zwischen Marke und Konsument zu schaffen:

1. Setzen Sie sich klare Ziele

Was sind die KPIs für Ihre Kampagne? Dabei geht es nicht allein um die Anzahl der Views - Werbungtreibende sollten sich vielmehr fragen, was nach dem View kommt. Soll der Viewer den Spot teilen, seine Meinung äußern, sich zu weiteren Informationen durchklicken oder zum Sofortkauf eines Produkts angeregt werden?

2. Authentizität ist der Schüssel zu Vertrauen

Die Unruly-Studie zeigt: 77 Prozent der Millennials und Generation-Z-Mitglieder erwarten, dass Werbung einer Marke deren Werte und Verhaltensweisen widerspiegelt. 78 Prozent verlieren das Vertrauen in eine Marke, wenn sich die Werbung unauthentisch oder gefaked anfühlt. Marketer müssen also verstehen, wie die Zielgruppe ihre Marke wahrnimmt, statt allein darauf zu setzen, wie die Zielgruppe ihre Marke wahrnehmen soll.

3. Eine emotionale Verbindung schaffen

Emotionen sind der Treibstoff, der Nutzer motiviert, Inhalte mit Freunden, der Familie und dem Social Web zu teilen. Aus den Daten von Unruly geht hervor, dass sich rund 70 Prozent der Nutzer, bei denen eine Werbung eine intensive emotionale Reaktion hervorrief, den Kauf des Produkts vorstellen können. Gelingt es, mit Werbung Gänsehaut zu erzeugen oder dem Nutzer ein lautes Lachen zu entlocken, ist das ein Beschleuniger jeder Werbekampagne, denn emotionale Werbung zeigt sich bei nahezu jeder Werbekennziffer im Vorteil – sei es bei der Aufmerksamkeit, dem Engagement, den Shares oder der Kaufabsicht.

4. Persönliche Annäherung

81 Prozent der Millennials und Generation-Z-Mitglieder fühlen sich nicht gestört oder begrüßen sogar, wenn Werbevideos Produkte oder Services enthalten – vorausgesetzt, dass diese für sie relevant sind. Setzen Sie sich also mit den Bedürfnissen Ihrer Zielgruppe auseinander, gehen Sie respektvoll mit deren Zeit um und sprechen Sie die Nutzer im richtigen Moment mit dem richtigen Content an.

5. Mobile ist ein Muss

Die Nutzer verbringen bereits heute deutlich mehr Zeit dabei, sich Online-Videos auf ihrem Mobilgerät anzusehen als am Desktop. Und die Bedeutung von Mobile wird noch weiter zunehmen, nicht zuletzt weil Wearables und neue Technologien den Marketern gänzlich neue Wege und Möglichkeiten bei der Zielgruppenansprache einräumen.

6. Inspiriere den Konsumenten zum Teilen und Interagieren

75 Prozent der Millennials und Generation-Z-Mitglieder teilen Werbung, wenn sie gut ist. Und wo könnte dies besser gelingen als im Social Web. Ein überzeugter Konsument, der die Werbebotschaft glaubwürdig weiterträgt, ist die Geheimwaffe des Marketers.

7. Testen & Lernen

Die Videolandschaft entwickelt sich derart schnell, Videos eröffnen Marketern ständig neue Möglichkeiten. Bleiben Sie flexibel bei der Planung und testen Sie Ihren Content, um zu wissen was funktioniert.