Gastbeitrag

Warum E-Mails auch morgen noch versendet werden

Alexis Renard ist CEO des E-Mail-Providers Mailjet

Von Snapchat bis Periscope – In Zeiten von Social Media erhalten Vermarkter beinahe monatlich neue Möglichkeiten, um mit ihrer Zielgruppe in Kontakt zu treten. Doch obwohl die E-Mail schon seit mehreren Jahrzehnten im Dienst ist, nutzen sie laut einer aktuellen Mailjet-Umfrage unter mehr als 300 internationalen Marketing-Entscheidern rund 95 Prozent für die Marketing-Kommunikation, weitere 40 Prozent von ihnen gehen sogar davon aus, dass die Relevanz des Kanals in den nächsten fünf Jahren noch steigt. Doch was macht die Grande Dame unter den Marketing-Tools so erfolgreich und wie verteidigt sie auch in Zukunft ihren Thron? Die unschlagbaren Erfolgsgeheimnisse und Entwicklungspotenziale des E-Mail-Marketings:

Unschlagbarer ROI, optimale Personalisierungsmöglichkeit: E-Mail-Vorteile auf einen Blick

Obwohl die E-Mail im Marketing-Mix über die Jahre zahlreiche Konkurrenten bekommen hat, ist sie in puncto Messbarkeit und Kosten noch immer ungeschlagen. Ein möglicher ROI von bis zu 3.400 Prozent sowie ein tausendmal besserer CPC als ihn Social Media Ads erreichen können sprechen für sich. Gleichzeitig lassen sich E-Mail-Kampagnen leicht und individuell personalisieren und erlauben damit eine optimale Zielgruppenansprache. Mithilfe von Responsive Templates lassen sich E-Mail-Kampagnen außerdem Mobile-optimiert darstellen. Ein Muss, werden doch bereits mehr als 50 Prozent der Nachrichten auf mobilen Geräten geöffnet. Ein weiterer unschlagbarer Vorteil sind die ausgedehnten Testmöglichkeiten, die es Marketer erlauben, Kampagnen optimal auszusteuern: Über A/X-Tests lassen sich inzwischen bis zu zehn Versionen eines geplanten Mailings miteinander vergleichen, um die performancestärkste auszuwählen. Und die technologische Weiterentwicklung im E-Mail Bereich schreitet weiter rasant voran. In Zukunft werden E-Mail-Kampagnen vor allem durch folgende Themen im Marketing-Mix weiterhin unabdingbar bleiben.

5 E-Mail-Trends im Überblick:

1. Big Data fordert neue Tools
Eine der wichtigsten Herausforderungen für den E-Mail-Kanal wird die Datenintegration in einer Omni-Channel-Umgebung. Um alle Mailing-Inhalte immer zur richtigen Zeit und optimal auf die Customer Journey, die individuellen Wünsche und Bedürfnisse einzelner Empfänger abzustimmen, braucht es Systeme und Prozesse, um die Daten aus Surf- und Kaufverhalten, der Kundenkartei, dem Kundenservice et cetera zu analysieren und nutzbar zu machen. Auf diese Weise wird die E-Mail zur perfekten Verknüpfung von Online-, Mobile- und Offline-Store. Um die Potenziale der gesammelten Daten bestmöglich auszunutzen, sollten Vermarkter deshalb auf E-Mail-Service-Provider zurückgreifen, die es über API erlauben, die eigenen Informationen einzuspielen.

2. Segmentierung für optimale Personalisierung
Je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto besser können Kunden auf ihrer Customer Journey begleitet werden. Die optimale Personalisierung erreichen Advertiser dabei zukünftig durch die Segmentierung ihres Kundenstammes in möglichst genaue Raster, so dass ähnliche Käufer mit passenden Botschaften angesprochen werden können. Hierfür kommen sowohl demografische Merkmale, aber auch die Kaufhistorie und ganz individuelle Präferenzen, wie Farben, in Frage – je individueller, desto besser. Kunden, die zum Beispiel gern online bummeln, Einkäufe allerdings klassischerweise lieber im Ladengeschäft tätigen, können so per Mail mit einem Gutschein für den Offline-Shop überzeugt werden. Damit die Konsumenten auch wirklich relevante Informationen erhalten, müssen E-Mail-Service-Provider es Marketern mithilfe dynamischer Templates ermöglichen, sinnvolle Segmentierungen ohne großen Mehraufwand umzusetzen.

3. Mission Echtzeit: Automatisiertes Realtime Marketing
Dank Social Media erwarten Konsumenten inzwischen auch online eine Betreuung in Echtzeit. Die Zeiten, in denen Promotion-Codes zwei Wochen nach Besuch im Online-Shop versendet werden können, sind damit vorbei. Advertiser müssen ihre E-Mail-Kampagnen durch automatisiertes Realtime-Marketing zukünftig noch schneller machen und auf Grundlage des Kundenverhaltens individuelle Trigger für die richtigen Botschaften zur richtigen Zeit finden.

4. Mobile-perfektioniert statt nur optimiert
Dass E-Mail-Inhalte und -Designs bei mehr als 50 Prozent mobiler Leser an die Tablet- und Smartphone-Ansicht angepasst werden, sollte heute bereits Standard sein. In Zukunft müssen Marketer jedoch noch einen Schritt weiter gehen und die mobilen Surfer nicht nur mit passenden Informationen beliefern, sondern sie über die E-Mail aktiv zu mobilen Käufen anregen. Hierfür kann zum Beispiel direkt aus der Nachricht der App-Download angestoßen oder per One-Click-Payment das Shoppen aus dem Posteingang ermöglicht werden.

5. Vernetzt statt verhasst: E-Mail und Social Media
Auch wenn sie gern als Konkurrenten angesehen werden, arbeiten E-Mail-Marketing und Social Media am besten eng vernetzt. Über soziale Netzwerke erhalten Unternehmen einen völlig neuen Zugang zur Zielgruppe, der wiederrum auch für Mailings genutzt werden sollte. So kann das Engagement der Kunden zu bestimmten Themen beispielsweise über Twitter oder Facebook getestet werden, um die Content-Zusammenstellung für Mailings weiter zu optimieren. Diese Verzahnung wird auch in Zukunft weiter zunehmen.

Frei nach dem Motto: Totgesagte leben länger, wird sich die E-Mail auch zukünftig weiter in unseren Postfächern tummeln. Damit E-Mail-Kampagnen bei Empfängern auch weiterhin willkommen sind, müssen Advertiser noch stärker auf Personalisierung setzen und die gesammelten Kundendaten über Schnittstellen und Segmentierung noch besser nutzen.

Der Autor Alexis Renard ist CEO bei Mailjet