Gastbeitrag:

Technologien im Handel – so denken die Millennials

77 Prozent der Deutschen im Alter von 18–24 Jahren nutzen am liebsten ihr Handy als mobilen Einkaufsberater


Millennials oder Generation Y – über kaum eine Generation wird hierzulande so viel und so widersprüchlich diskutiert wie über die zwischen 1981 und 1998 Geborenen, auch wenn sie laut dem Statistischen Bundesamt nur 22 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen.


Nun tritt auch die jüngere Hälfte dieser Generation, die aktuell 18- bis 25-Jährigen, in die Arbeitswelt ein und wird über ein eigenes Einkommen verfügen. Da diese Generation in der digitalen Welt herangewachsen ist, wird oft vermutet, dass sie den neuen Technologien besonders offen gegenüberstehen. Die von Surveygoo 2017 durchgeführte eingangs erwähnte Befragung unter deutschen Shoppern hat gezeigt, dass diese Vermutung so pauschal nicht stimmt.


Großer Zuspruch zur Personalisierung – wenn Daten anonymisiert erhoben werden


Die „jüngeren Millennials“ sehen den Einsatz neuer Technologien wie Gesichtserkennung oder Künstliche Intelligenz im Handel wesentlich skeptischer als die „älteren Millennials“, die aktuell 25- bis 34-Jährigen. Dahingegen schneiden Technologien, die ein personalisiertes Einkaufserlebnis bieten, gut ab.


74 Prozent der Befragten unter den 18- bis 25-Jährigen finden Personalisierung nützlich, was zeigt, dass der Einkauf für diese Altersgruppe immer mehr zu einer persönlichen Erfahrung wird. Doch nicht um jeden Preis: Die Akzeptanz dafür, dass Retailer zur Verbesserung des Einkaufserlebnisses auch mehr Kundendaten sammeln, ist in dieser Altersgruppe mit am niedrigsten. Nur 30 Prozent sind damit einverstanden, dass persönliche Daten gesammelt werden. Werden die Daten allerdings anonym erhoben, ist die Zustimmung mit 54 Prozent am höchsten.


Technologien, die bei den jungen Millennials ankommen


Zu den Top-Drei der von den 18- bis 25-Jährigen als „cool“ eingestuften Technologien gehören:
1. Digitale Bildschirme, interaktive Spiegel und Virtual-Reality-Brillen, die passende Produkte zu den Artikeln, die gerade anprobiert werden, aufzeigen (62 Prozent)
2. Bezahlen per Fingerabdruck und automatische Lieferung frei Haus (54 Prozent)
3. Roboter, die auf Wunsch zu spezifischen Produkten im Laden führen (50 Prozent)


Digitale Technologien – das menschliche Element nicht vergessen


Technologien, bei denen das menschliche Element zu kurz kommt und die auf wenig Interaktion setzen, stießen bei den 18- bis 25-Jährigen besonders auf Ablehnung. Allen voran gilt das für Technologien zur Gesichtserkennung, die Verbraucher als Stammkunden identifizieren und ihre Vorlieben an das Ladenpersonal weiterleiten (72 Prozent), oder das Szenario, bei dem Künstliche Intelligenz die Kaufgewohnheiten so gut versteht, dass sie für den Kunden Produkte auswählt und bestellt (62 Prozent).


Das Smartphone nicht vergessen


Zwar kaufen auch die Millennials noch gerne im Laden ein, doch wissen wir aus anderen Umfragen, wie wichtig das Smartphone für sie ist. Eine von OnePoll durchgeführte Umfrage von 2016 hat ergeben, dass 77 Prozent der Deutschen im Alter von 18–24 Jahren am liebsten ihr Handy als mobilen Einkaufsberater nutzen. Über diesen Kanal gezielter personalisierte Erlebnisse anzubieten und die Online- und Offline-Welten weiter zusammenzuführen, ist eine gute Gelegenheit, um potenzielle Kunden aus dieser Altersgruppe zu erreichen.


Insgesamt machen die Ergebnisse der Umfragen deutlich, dass der Einsatz neuer Technologien im Handel bei den jüngeren Millennials dann auf Zustimmung stößt, wenn der Faktor Mensch und das spielerische Element berücksichtigt werden. Hier kann man mit Technologien wie Personalisierung und unter Berücksichtigung von Anonymität und dem mobilen Element einen großen Unterschied erzielen.


Autor: Thomas Koenen, Sales Director Central & Eastern Europe bei RichRelevance