Gastbeitrag

Mit Cross-Device-Marketing durch den digitalen Dschungel

Carsten Frien, Roq.adIn unserer Multi-Geräte-Realität springen Kunden im Rekordtempo zwischen unterschiedlichen Kanälen und Geräten hin und her. Ganz selbstverständlich switchen sie zwischen Smartphones, Tablets, Laptops, etc. Dadurch entstehen fragmentierte User-Identitäten, die so manchen Marketer an den Rand der Verzweiflung treiben. Denn er kann den Konsument zwar über immer mehr digitale Kontaktpunkte erreichen, weiß zugleich aber nie sicher, welche Geräte von ein- und derselben Personen genutzt werden. Worst-Case-Szenario: Ein und derselbe Verbraucher wird mehrfach mit ein und derselben Botschaft bombardiert. Positives Werbe- und Markenerlebnis ade.

Kein Wunder also, dass der Begriff Cross-Device-Marketing zurzeit für mächtig Wirbel in der Branche sorgt. Schließlich ermöglicht es diese innovative Technologie, User wiederzuerkennen, indem sie Verbindungen zwischen den Geräten identifiziert und so die Entwicklung datengetriebener Strategien ermöglicht, um optimal mit der Zielgruppe zu interagieren und eine stärkere Markenverbundenheit zu erzielen. Große Marken wie Red Bull und Vodafone setzen die innovative Technologie bereits erfolgreich in ihren Kampagnen um.

Schluss mit dem Silo-Denken!
Unternehmen müssen sich bewusst machen, dass sie nicht mit irgendwelchen Kanälen und Geräten kommunizieren, sondern mit den Menschen dahinter. Fangen Sie deshalb an kanalübergreifend zu denken und zu handeln. Nur so gelingt es, Silo-Denken aufzubrechen und die angestaubte Idee Mobile vs. Desktop vs. Social vs. Print endlich zu begraben. Das macht den Weg frei, sich auf das zu konzentrieren was wirklich zählt: Die Bedürfnisse der Kunden.

Schaffen Sie Transparenz – die neue Datenschutzgrundverordnung kommt!
Informieren Sie sich, welche Daten im Cross-Device-Marketing benötigt und wie diese in den Kampagnen verwendet werden. Denn diese Daten beeinflussen schlussendlich das Kampagnenerlebnis. Auch bei den Themen Datenerfassung und Datenhaltung ist Transparenz das oberste Gebot! Ab Mai 2018 wird in allen europäischen Ländern die neue Datenschutzgrundverordnung (GDPR – General Data Protection Regulation) ausgerollt, die personenbezogene Daten aller EU-Bürger im Netz stärker schützen soll. Achten Sie also darauf, dass ihr Ad-Tech-Partner als „GDPR-ready“ zertifiziert ist und alle momentanen und zukünftigen Datenschutzgesetze erfüllt.

Nicht nur KPIs zählen!
Die bekannten Metriken wie CPM, CPC, Kosten pro Neukunde (CPA) oder Kosten pro Aktivierung von Bestandskunde gelten auch für Cross-Device-Kampagnen. Aktuell werden diese gemessen und anschließend wird darauf optimiert. Allerdings gibt es über den Erfolg oder Misserfolg einer Kampagne oft unterschiedliche Ansichten. Die Aussteuerung durch den Marketer, externe Faktoren und vieles mehr können die Nutzerreaktionen auf eine Kampagne und damit auch ihre Ergebnisse beeinflussen. Deshalb müssen Anbieter und Marketer offen darüber sprechen, was sie von einer Cross-Device-Kampagne erwarten. So stellen Sie sicher, dass sich Ende des Tages keine Enttäuschung breit macht.

Cross-Device kann mehr als „nur Daten“!
Durch Cross-Device-Marketing erhalten Sie wertvolle Insights über Ihre Zielgruppe, die weit über die Kampagnenperformance hinausgehen. Nutzen Sie das und verbessern Sie mit diesen auch andere Marketingmaßnahmen! Ihr Cross-Device-Anbieter kann beispielsweise ermitteln wieviel Prozent der Nutzer ein oder mehrere Smartphones besitzen. Ein hoher Prozentsatz erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass diese Ihre Website mobil nutzen. Und dann sind Sie gefragt: Optimieren Sie Website, Apps und User Interfacedesign und beobachten Sie, wie diese Änderungen angenommen werden. Es gilt das ganze Potential von Cross-Device-Marketing zu erkennen und voll zu nutzen!

Eat, Sleep, Evaluate, Repeat: Bleiben Sie am Ball!
Cross-Device-Marketing ist nur als langfristige Strategie erfolgreich. Auch wenn der erste Versuch nicht gleich die besten Ergebnisse liefert, sollten Sie es daher nicht nach einer kurzen Test-Phase gleicht wieder zu den Akten legen. Denn je mehr Daten Sie über Ihre Zielgruppe sammeln, desto mehr lernen Sie über diese und desto einfacher wird es, die Nutzer mit der nächsten Kampagnen noch besser zu erreichen. Und die Beharrlichkeit zahlt sich aus: Neue Insights und Erfolg warten am Ende des Weges.