E-Commerce

Google Shopping vs. Bing Shopping: Doppelt gewinnt

Onlineshopping: In den Funktionen sind Bing Shopping und Google Shopping fast identisch

Shopping-Anzeigen werden – im Unterschied zur organischen Suche und zur klassischen Suchwortvermarktung über Google AdWords oder Bing Ads – nicht aufgrund einer Übereinstimmung zwischen Suchanfrage und Keyword ausgespielt, sondern aufgrund der hinterlegten Information im Datenfeed des Händlers. Für Händler hat dies den Vorteil, dass sie über Shopping-Anzeigen einzelne Produkte gezielt mit einer ausführlichen Beschreibung bewerben und die Produktinformation selbst auf Richtigkeit und Aktualität überprüfen können.

Da Google den deutschen Suchmaschinenmarkt dominiert, bilden Anzeigen bei Google Shopping die Basis für Produktwerbung in der Online-Suche.

Voraussetzungen für Shopping-Anzeigen

  • Google legt Richtlinien für Shopping-Werbungtreibende fest, die wichtigsten sind:
  • Produkte sind zum direkten Kauf verfügbar
  • Rückgabe und Erstattungsrichtlinien sind auf der Website hinterlegt
  • Nutzerdaten werden verantwortungsvoll und sicher erfasst
  • Mehrwertsteuer wird ausgewiesen.

Um Shopping-Anzeigen buchen zu können, ist ein Google Merchant Center für die entsprechende Shoppingseite notwendig. Die Verifizierung der Website kann durch mehrere Methoden gewährleistet werden – die gängigste ist das Hinterlegen einer HTML-Datei. Alternativ dazu können auch ein HTML-Tag (Meta-Tag) oder Google Analytics und der Google Tag Manager genutzt werden. Zudem muss eine Verknüpfung zu mindestens einem Google-AdWords-Account bestehen, in dem die Shopping-Kampagne angelegt wird.

Das Merchant Center dient als Schnittstelle zum Google-AdWords-Konto, erfasst den Datenfeed, wertet die enthaltenen Information aus und gibt diese an das verknüpfte AdWords-Konto weiter. Versandinformationen, Steuerinformationen und Unternehmensangaben können hier angelegt werden, die aktiven Produkte werden dargestellt, detaillierte Diagnosen und Fehlermeldungen angezeigt. Zudem bekommt der Händler hier einen Sortiments-Bericht über nicht im Datenfeed enthaltene Produkte sowie Ankündigungen über neue Google-Shopping-Maßnahmen.

Für international tätige E-Commerce-Unternehmen lohnt es sich, ein Merchant-Center-Mehrfachkundenkonto und darunter für jedes Zielland ein gesondertes Merchant Center mit eigenem Datenfeed anzulegen. So behält der Account Manager einen besseren Überblick und kann eventuelle Fehlermeldungen einfacher dem jeweiligen Land beziehungsweise Datenfeed zuordnen.

Datenfeed bereitstellen

Zulässige Formate für den Datenfeed sind .txt, .xml , .gz; .zip oder .bz2. Die Daten können täglich, müssen aber mindestens alle 30 Tage aktualisiert werden. Ein Datenfeed beinhaltet alle Produkte des werbenden Kunden, welche über Google Shopping ausgeliefert werden sollen. Innerhalb des Datenfeeds befinden sich einzelne Attribute, die nähere Informationen zum Produkt weitergeben. Hierbei unterscheidet man zwischen Pflichtattributen und empfohlenen Attributen.

Pflichtattribute sind

  • ID: einzigartig für jedes Produkt (einfache Auflistung 1; 2; 3,)
  • Title: aussagekräftiger und korrekter Name des Artikels (empfohlen bis zu 70 Zeichen) wie Brand plus Produkt plus Zusatzinformation
  • Description: aussagekräftiger Beschreibungstext zum Produkt (empfohlen mindestens 500 Zeichen)
  • Link: Verlinkung zum entsprechenden Produkt
  • Image_link: Verlinkung des Produktbildes - nur das Produkt auf weißen Hintergrund darf abgebildet sein, kein Logo, Wasserzeichen oder weitere Produkte
  • Price: der Preis des Produkts
  • Availability: die Verfügbarkeit des jeweiligen Produktes
  • Brand: Marke
  • GTIN: zugewiesene GTIN des Produktes
  • MPN: sofern keine GTIN vorhanden, kann die MPN hinterlegt werden
  • Condition: der Zustand des Produktes
  • Shipping: Versandinformation zum Produkt, diese können optional auch im Merchant Center hinterlegt werden
  • Google_ Product_Category: Zuweisung der Produktkategorie in der Google-Taxonomie.

Von den Attributen Brand, GTIN und MPN müssen mindestens zwei Attribute mit korrekten Werten versehen werden. Ist dies nicht möglich, wie zum Beispiel bei maßgeschneiderten Kleidungsstücken, muss das Attribut identifier_exists mit „no” befüllt werden, um mitzugeben, dass für diese Produkte keine GTIN und MPN existieren.

Neben den oben genannten Pflichtattributen gibt es noch weitere empfohlene Attribute:

  • Additional_image_link: sofern weitere Bilder zum Produkt verfügbar sind, können bis zu neun weitere zusätzlich hinterlegt werden.
  • Mobiler_link: Verweis auf eine separate mobile Landing-Page
  • Sale_price: Sonderpreise direkt bewerben
  • Sale_price_effective_date: Festlegen des Zeitraumes für den jeweiligen Sonderpreis
  • Product_type: Hinterlegung der eigenen Shopstruktur und deren Kategorienbaum
  • Multipack: eine Mehrzahl der gleichen Produkte soll als ein Produkt beworben werden
  • Is_bundle: eine Mehrzahl unterschiedlicher Produkt soll als ein Produkt beworben werden
  • Custom_label: Produkte werden gezielt zum Beispiel als Topseller ausgewiesen, um eine bessere Aussteuerung innerhalb der Google-Shopping-Kampagnen zu ermöglichen.

Unabhängig davon gibt es auch weitere Attribute, welche für bestimmte Kategorien als Pflicht angesehen werden wie zum Beispiel Informationen über die Größe, Farbe oder Material.

Wichtig: Je mehr fundierte und relevante Informationen im Datenfeed hinterlegt werden, desto besser kann eine Auslieferung über Google Shopping gewährleistet werden. Hochwertige Informationen zu den einzelnen Produkten – zum Beispiel durch eine aussagekräftige Beschreibungstexte - geben den Nutzern Sicherheit; ein qualitativ hochwertiger Datenfeed steigert zudem die Relevanz der Anzeigen. Für Händler mit eingeschränktem Sortiment interessant: Bei geringer Anzahl von Produkten kann ein Datenfeed auch über eine API-Schnittstelle hochgeladen werden.

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