Dienstleister-Kunden-Beziehung

Die 66 nervigsten Kundensprüche der Digitalbranche

Vertrauen, Zuverlässigkeit und eine aufrichtige Beziehung: Wenn Digitaldienstleister auf der Suche nach dem Lieblingskunden sind, klingt die Wunschliste wie eine Kontaktanzeige. Viele der von uns befragten Dienstleister setzen ein gutes, menschliches Verhältnis ganz oben auf ihre Lieblingskunden-Prioritätsliste. Doch offenbar gibt es nicht nur Lieblingskunden. Was die Entscheider bei Dienstleistungsunternehmen wirklich nervt, haben wir in Erfahrung gebracht:

... beim Angebot

1. "Das Angebot muss am Freitag ankommen, danach bin ich im Urlaub." (Stefan Bauer, CEO Marit AG)

2. "Viel zu teuer." (Harald Kressler, CEO Mediacom-Services)

3. "Follow the money" - wenn der Kunde erwartet, dass man seine Grundsätze wegen des Umsatzes über Bord schmeißen soll (Dorin Popa)

4. Vortragsanfragen mit einem gönnerhaften "wir erstatten Ihnen auch die Reisekosten..." (Willms Buhse, CEO von Doubleyuu)

5. "Zahlen kann ich für Ihren Vortrag nichts, aber Sie erhalten eine kostenlose Eintrittskarte." (PR-Doktor Kerstin Hoffmann)

6. "Wir brauchen das natürlich ganz individuell. Aber Sie haben das ja schon mal gemacht und müssen es nur kopieren. Unser Budget? Naja, so 1000 Euro." (Peter K. Sanner, Geschäftsführer Areasix)

7. "Leider können wir nichts bezahlen, aber Du kannst Dir ein Produkt im Wert von 50 Euro in unserem Shop aussuchen." (Bärbel Edel von Lieblingskatze)

8. "Wir sind ein Start-up/ ein ehrenamtliches Projekt/ ein Schulprojekt, daher ist unser Budget nicht hoch. Aber an der Qualität wollen wir nicht sparen." (Karin Janner, Geschäftsführerin Agentur Spieltz)

9. "Schicken Sie uns erstmal Ihre Idee/ Ihr Konzept/ ein paar Designs. Wir beraten dann, ob wir Ihre Leistungen in Anspruch nehmen."(Chris Lilienweihs)

10. "Wir wissen ja noch nicht, ob das funktioniert, daher haben wir momentan kein Budget. Wenn Sie aber Ihre Arbeit gut machen und es entsprechend funktioniert, bekommen wir sicher ein Budget und dann sind Sie auf jeden Fall mit an Bord!" (Falk Hedemann)

11. "Haben Sie so ein Konzept schon mal gemacht und könnten uns das schicken? Damit wir sehen, was wir da so einkaufen..." (Eric Kubitz)

12. "Wir bezahlen Sie in Anteilen." (Chris Lilienweihs)

13. "Wird es günstiger, wenn Sie den Tag Vorbereitung des Workshops rausnehmen und wir nur den Workshop zahlen?" (Julia Jung, Senior Content Architect Neusta Etourism)

14. "Kann man den Angebotsposten 'Testing & QS' nicht auch weglassen?" (Christian V. Hofer, Haufe Akademie)

15. "Zahlen kann ich nicht viel. Aber Sie profitieren ja von unserem Namen auf Ihrer Referenzseite!" (Falk Hedemann)

16. "Dann rechnen Sie mir bitte kostenfrei noch diese Variante durch, und dann noch jene, ach ja, und dann noch folgende... Budgetvorstellungen haben wir noch keine, wir diskutieren darüber erst, wenn wir die Angebote vorliegen haben." (Karin Janner)

... beim Design

17. "Das Logo bitte noch größer. Es ist mir egal, ob ich das so freigegeben habe, ändern Sie das!" (Ivan-Alexander Jung, Onlinemarketing-Manager Codecentric)

18. "Können wir nicht die Bilder einfach im Web zusammensuchen?" (Uwe Siebel, CEO Siebel.de)

19. Großes ECommerce-Projekt. Laufzeit 6 Monate. 3 Wochen nach Projekt-Kick-Off. Priorität: Zunächst 32 Extensions analysieren. Layout noch nicht verabschiedet. Kundin: "Warum sehe ich noch nichts?" (Göran Willbränder, Exinit)

20. "Wenn Sie jetzt mal aufstehen und einen Schritt nach links gehen, und dann das Motiv auf dem Bildschirm im 45-Grad-Winkel betrachten ... genau den Blauton hätten wir gern." (Uwe Siebel)

21. "Können wir den Proof nicht nach dem Druck besprechen, hab da jetzt wirklich keine Zeit für!" (Sebastian Bouchoou, Hoffmann & Campe X)

22. Kunde hält Pantone-Farbfächer an den Bildschirm: "Also Sie haben unsere CI Farbe nicht umgesetzt..." (Lars Heiden, Geschäftsführer HFR)

... bei PR und Medien

23. "PR wirkt mittel- und langfristig. Das haben wir verstanden. Trotzdem wäre es gut, nächste Woche Interviewtermine bei der Wirtschaftspresse zu bekommen und die Zusicherung von mindestens fünf Abdrucken." (Martina Brembeck, Geschäftsführerin Axicom)

24. "Ich habe mir Ihre Zeitung im Supermarkt kurz durchgeblättert..."

25. Nach dem dritten Korrekturlauf: "Jetzt haben wir nur noch eine kleine Änderung, ich brauche aber dringend noch einen Korrekturabzug." (Gertrud Graf, HighText-Verlag)

26. "Wir lassen den Text weg. Jeder Buchstabe ist ein potenzieller Fehler!" (Norman Glaser, CEO Markenkonstrukt)

27. "Jetzt haben wir die Presseinfo verschickt und niemand hat sie gedruckt. Könnten Sie da mal bitte nachfragen, warum?" (Ruth Bachmann, Vibrio)

28. "Haben Sie ein Budget für uns?", fragte ein Leiter PR nach gewonnenem Pitch. Meine Antwort "Ich dachte, Sie hätten eins..." hat ihn irritiert. (Michael Kausch, Geschäftsführer Vibrio)

... beim Konzept

29. "Ich selber mache [Strategie/Vorschlag bitte hier einfügen] ja ganz anders. Also wird meine Zielgruppe das genauso machen wie ich." (Fiona-Louise Karasek, Senior Manager Performance Marketing Vedes)

30. "Bei uns ist alles ganz anders." (Aljoscha Walser, Gründer Narses Beratung)

31. "Sie mögen ja Erfahrung haben, aber unsere Kunden sind anders." (Niels Dahnke, Geschäftsführer GRP-Marketing)

32. "Bei uns ist das nicht möglich. Wir haben keine xy (Zeit, Leute...)." (Su Franke, CEO Corporate Dialog)

33. "Schreiben Sie uns ein Konzept, die Assistentin setzt es dann um." (Claudia Aigner, CEO Mensch und Unternehmen)

34. "Statt eines Honorars bekommen Sie 100 Leads, das sind 100 Kontakte zu CEOs in Ihrer Branche!" (Christiane Brandes-Visbeck, Geschäftsführerin Ahoi Consulting)

35. "In unserer Firma ist das anders als in anderen Firmen." (Miriam Loeffler)

36. "Ich habe auch Marketing studiert." (Sabine Weilemann, Head of Marketing, Brainability)

... bei Transformation und Change Management

37. "Das Internet ist nur vorübergehend" (2001!) (Marc Mailänder)

38. "Wir kannibalisieren uns doch nicht selber." (Verleger, dem ich 1999 ein Online-Konzept vorschlug - über die Print-Auflagenentwicklung müssen wir nicht reden. (Joachim Jürschick)

... bei der Umsetzung

39. "Das ist ja sicher nur ein Mausklick" (Uwe Siebel)

40."Das können wir selbst." (Sabine Weilemann)

41. "Das bekommt man doch heute schon billig im Internet" (Uwe Siebel)

42. "Mein Sohn macht so etwas in 10 Minuten." (Evelyn Kuttig, CEO Schwarzaufweiss)

43. "Das wollen andere Kunden doch auch, deshalb müssen wir doch nichts dafür bezahlen." (Georg Gross, Geschäftsführer Intelligix)

44. "Können wir am Samstag telefonieren?" (Gidon Wagner, Geschäftsführer Wortliga)

45. "Ich brauche keinen Zeitnachweis von Ihnen. Ich schätze wie lange Sie gebraucht haben und bezahle Sie dementsprechend." (Ausderhoelle.de)

46. "Wer ist denn Ihre Zielgruppe genau?" Kunde: "Egal. Jeder der Geld hat." (Ausderhoelle.de)

47. "Ihre Deadline können wir leider nicht halten, wenn Sie die Inhalte nicht liefern." Kunde: "Sie schreiben mir gefälligst nicht vor, wie schnell ich zu arbeiten habe!" (Ausderhoelle.de)

48. "Wie, ich habe Sie geweckt? Es ist doch schon 6:30 Uhr!" (Ausderhoelle.de)

49. "Ein Termin am Sonntag wäre besser. Da habe ich dann ein wenig Luft und wir können das mal in Ruhe besprechen... am besten in einer Telekonferenz" (Sebastian Jankord, CTO bei Pure Host)

50. "Könnten Sie einen digitalen Adventskalender bis heute Abend umsetzen? Briefing schicken wir gegen 14:00 Uhr." (Ausderhoelle.de)

51. "Da kann doch sicherlich unser Azubi mithelfen. Da sparen wir einen Mitarbeiter von Ihnen und die ganzen Reisekosten." (Jürgen Kausmann, Geschäftsführer JK Kommunikation)

52. "Da hatten wir uns aber mehr erwartet!" (Falk Hedemann)

53. "Und warum hat das jetzt was gekostet?" (Julia Jung)

54. Jeder Halbsatz, der folgt auf "Ja, aber" (Jan Fleschütz)

55. AGABU ("Alles ganz anders bei uns")

... in der IT

56. "Ganz ehrlich: Wir haben NICHTS geändert! Auf einmal ging es einfach nicht mehr..." (Sebastian Jankord)

57. "Wie oft muss ich das PDF auf den Server laden, damit sich jeder eines runterladen kann?" (Ausderhoelle.de)

58. "Ich weiß, dass ich als Webinar-Vortragender Webcam und Präsentation brauche. Aber ich sitze jetzt im Auto. Da kann ich das Webinar doch auch einfach über die Freisprecheinrichtung halten."

... in der Werbung

59. "Ich schicke Ihnen das Standalone-Mailing einfach als Word-Datei."

60. "Wenn ich die Computer-Programme hätte, so wie Sie, dann würde ich die Werbung ja selbst machen!" (Christine Tophoven, CEO Tophoven-Design)

61. "Alle anderen Vermarkter können das, nur Ihr nicht!" (Jens Blond)

62. "Der Preis ist doch sicher noch AE-fähig?" (Stephan Mahlow, CEO Mahlow Media)

63. "Ich weiß, dass meine Agentur schon AE-Provision abzieht. Aber ich bin der Kunde und zahle das Ganze. Deswegen ziehe ich mir diese Provision einfach auch ab."

... bei der Rechnung

64. "Ihre Rechnung geht über die Buchhaltung in den normalen Zahlungslauf!" (Falk Hedemann: "Das bedeutet konkret: 'Sie brauchen gar kein Zahlungsziel anzugeben, das interessiert uns eh nicht, wir zahlen, wenn wir zahlen!'")

65. "Natürlich habe ich den Service online gebucht. Ich wusste ja nicht, dass das wirklich was kostet"

66. Chef: "Ihre Rechnung ist untergegangen, bitte beim nächsten Mal direkt zu unserer Buchhaltung senden." Die Buchhaltung: "Die Rechnung ist noch nicht freigegeben, der Chef ist im Urlaub." (Ferit Demir, Gründer Flexwork.io)