Das sind die digitalen Trends für den Einzelhandel 2016

1. Weniger Ladengeschäfte, mehr Produkte
Der stationäre Markt wird nicht mehr über neue Filialen ausgeweitet, sondern erfindet sich neu und stellt sich so auf die Herausforderung des Vertriebs über alle Kanäle ein (Omni-Channel-Verkaufsmodell). Vorhandene Filialen werden zum Knotenpunkt: Sie erfüllen die Funktion des Abhol- und Auftragsabwicklungszentrums und konzentrieren sich auf einen Premium-Kundendienst. Mit dem Konzept des „endlosen Verkaufsregals“ (Endless Aisle) wird der Lagerraum auf den gesamten Katalog an Produkten und verfügbaren Inhalten einer Marke ausgeweitet.

2. Der Kunde ist Kaiser
Einzelhändler müssen sich durch eine kundenzentrierte Personalisierung von ihren Wettbewerbern abheben. Dazu werden spezielle Technologien eingesetzt, zum Beispiel für die vereinfachte Anmeldung oder Kundenkarten mit RFID-Transpondern, die beim Betreten eines Geschäfts personalisierte Prämien über das Smartphone versenden. Damit sie ihre Kunden noch besser verstehen und zufrieden stellen können, werden die Einzelhändler interne Informationen, bekannte Präferenzen und Daten aus sozialen Medien nutzen.

3. Der Preis ist heiß
Die Abgrenzung von Wettbewerbern durch den Preis wird deutlich dynamischer werden, die Kunden werden zunehmend preissensibler. Die Warenauszeichnung am Regal in elektronischer Form und in Echtzeit wird den Online-Erfahrungen der Kunden entsprechen, zu einer Optimierung der Lagerbestände führen und den Arbeitsaufwand sowie die damit verbundenen Kosten reduzieren. Mit personalisierten Preisnachlässen und Sonderangeboten in Echtzeit wird Käufern ein weiterer Anreiz geboten, ein bestimmtes Geschäft zu betreten.

4. Zentrales „Kontrollzentrum“
Der Kunde von heute erwartet, genau das zu bekommen, was er möchte – und zwar genau dann, dort und so, wie er es sich vorstellt. Unabhängig von der Interaktion mit dem Einzelhändler bietet nur der Omni-Channel-Ansatz ein einheitliches Einkaufserlebnis. Die Komplexität von Omni-Channel-Prozessen und ihre Verflechtung mit mehreren Systemen erfordern einen genaueren Überblick, quasi ein „Kontrollzentrum“, über das Einzelhändler jede Aktivität in jedem Kanal einsehen und steuern können.

5. Das große Fragezeichen
Dank vorausschauender Analysen im Einzelhandel können einzelne Filialen mit hoher Wahrscheinlichkeit vorhersagen, welche Produkte Kunden zu welchem Zeitpunkt verlangen. Predictive-Analytics-Tools bieten Einzelhändlern insbesondere in Kombination mit Streaming Analytics Möglichkeiten zum Management von Warteschlangen, Kundenerwartungen und Lagerbeständen, sodass Probleme gar nicht erst auftreten.

6. Das Internet der totalen Zufriedenheit
Das Internet of Things (IoT) wird das Ladengeschäft der Zukunft revolutionieren: Sensorgestützte Geräte ermöglichen eine nie da gewesene Differenziertheit und Zielgenauigkeit der Kundenorientierung. Einzelhändler, die das Potenzial des IoT voll ausschöpfen, haben uneingeschränkte Sicht auf Lagerbestände über elektronische Sensoren an den Regalen. Sie können intelligente Werbetafeln einsetzen, die sich je nach Wetter oder Mimik des Kunden ändern, und sie verfügen über ein Werkzeug, um jedem treuen Kunden das Gefühl von Wertschätzung und Verwöhnung zu vermitteln.

7. Eintauchen ins Einkaufserlebnis
Mithilfe futuristischer Technologien werden Kunden voll in das Kauferlebnis eintauchen. Die HoloLens von Microsoft beispielsweise sorgt dafür, dass Augmented Reality für Kunden Teil des Einkaufs wird. Sie können so virtuell Kleidung anprobieren oder ihre Traumküche zusammenstellen und das Ergebnis anschließend mit Freunden und Familie teilen. iBeacons™ und die anonymisierte Gesichtserkennung und ‑analyse helfen Einzelhändlern, in Echtzeit mit ihren Kunden zu interagieren und ihr Verhalten zu verfolgen.

8. Reinigung in Gang 1, bitte
Die Echtzeitüberwachung ist entscheidend für das Geschäft der Zukunft. So können Prozesse (von Personal bis zum Lagerbestand) erfasst, miteinander in Verbindung gesetzt und automatisiert werden. Intelligente Sensoren erkennen Aktivitäten und bieten Transparenz über das gesamte Geschäft hinweg. In Kombination mit Streaming-Daten und Echtzeitanalysen werden so konkrete und automatisierte Reaktionen ausgelöst, zum Beispiel wenn in einem Supermarkt etwas verschüttet wird oder während eines Wolkenbruchs die Nachfrage nach Regenschirmen abrupt steigt.

9. Jetzt kaufen
Einzelhändler werden die „Kaufen“-Schaltfläche weiter anpassen und personalisieren. Diese Schaltfläche ist bereits weit verbreitet, von Twitter bis zu Amazon, und soll die Verkaufszahlen steigern. Dabei sind jedoch strategische Investitionen in Technologie erforderlich, um eine bessere Kenntnis des Echtzeitbestands zu erlangen und die komplexen Prozesse des Omni-Channels richtig aufeinander abzustimmen.

10. Nur noch ein Artikel vorrätig
Die Echtzeittransparenz des Lagerbestands rückt in den Vordergrund, denn nur so können Einzelhändler ihre Kunden jederzeit über die Warenverfügbarkeit informieren. Einzelhändler werden ihren Bestand über Technologien steuern, die die Lagerbestände über alle Kanäle hinweg anzeigen.