Kampagne

Lang lebe der Defluencer

K12397

Hintergrund/Aufgabe

Muschi Kreuzberg ist Anti-Mode. Das Label steht nach eigener Aussage für kein Kleidungslabel im herkömmlichen Sinn. Vielmehr ist es die Antwort auf das System Mode. Oder, wie es bei Dojo heißt, die Antwort auf die Popkultur, also auf die Welt des „glücklich“ machenden Konsums. Dazu passt natürlich zunächst einmal der Name. Denn Kreuzberg ist nicht nur ein Bezirk im Molloch Berlin, es ist ein Ort, an dem sich die Menschen tagtäglich ums blanke Überleben. Während sich nur zwei Straßen weiterdie Menschen in den In-Vierteln „glücklich“ kaufen. Bei denen die Oberflächlichkeit zum Tagesgeschäft gehört. Deren Meinung und letztendlich deren Konsum nicht durch Nachdenken, sondern durch Influencer geprägt wird. Besonders gut zu sehen ist das Jahr für Jahr während einer Topveranstaltung, der Berliner Fashion Week.

Lösung/Umsetzung

Dieses Jahr sollte dann mal alles anders sein: Muschi Kreuzberg brachte, pünktlich zum Ende der hauptstädtischen Hochzeit der Influencer, ihre Defluencer Kollektion auf den Markt. Selbstverständlich beworben von Influencern, weil sonst nichts mehr funktioniert. Und selbstredend auch von Influencern gepostet, weil sonst nichts mehr interessiert. Wer jedoch den Sinn dahinter versteht, merkt, dass der Auftritt eigentlich Antiwerbung ist. Nicht für die neue Kollektion. Vielmehr soll damit der traurigste aller Trends – der Einfluss der Influencer – beerdigt werden. Die Defluencer-Kollektion verbannt den Influencer aus dem Gästelisten-Ghetto und richtet sich gegen all das, was alteingesessene Waschmittel-Brands und pfiffige Start-ups lieben: Avocado-Aficionados, Selfie-Spezialisten und tätowierte Menschen, die sich für Geld und Freiware auf Fotos anziehen. Absurderweise wird dabei für die Promotion auf genau die gesetzt, gegen die sich die Aktion richtet: In einem Lookbook-Video, in dem die Influencer maximal gefiltert ihren eigenen Untergang mit Gesang und Tanz zelebrieren. Das Bildmaterial stammt tatsächlich von den Influencerns selbst. Aus ihren Instagram-Stories wurden Single-Clips aufgenommen und dann in Einzelteilen zu einer aufeinander aufbauenden Story zusammengeschnitten. Der emotional grenzwertige Soundtrack zum Musikvideo und Großereignis stammt von den Rappern und Laufstegmodels Lil Budget, Manny Marc und Joshi Mizu. Auch andere Größen wie Visa Vie und Nura (SXTN) zeigen im Video, was sie von choreographierten Booty-Boomerangs und Selfiestick-Yoga halten. Für die Macher bei Dojo Berlin und den dazugehörenden Pretty Ugly Motion Pictures ebnet der weltweit erste Release eines kompletten (Lookbook-)Musikvideos im Story-Format nicht nur den Beginn von etwas ganz Großem, sondern auch das Ende von vielem ganz Kleinem: Ciao Chia-Smoothie, Adios Arsch-Selfie und Goodbye Goodiebag. Viele Likes am Ende des Influencer-Tunnels sind zumindest schon mal zu sehen.

Ergebnis

Reichweite über die Influencer: Die Influencer haben tatsächlich ihren Teil in ihrer Story gepostet. Daraus ergibt sich eine potenzielle Reichweite allein durch sie von insgesamt 1,4 Millionen Direkte Reichweite über die Muschi-Kreuzberg-Kanäle: Instagram @muschi_kreuzberg: Reichweite – Beiträge: 47.600 Views – Beiträge: 13.400 Likes – Beiträge: 1.600 Unique Account Impressions (Story): 10.000 Muschi-Facebook-Kanal: Erreicht: 245.487, Aufrufe: 135.920 Gefällt mir: 699, Geteilt: 143 YouTube: Views: 18.690

Editorial
YouTube Video „Defluencer Rapp"
Influencer-Posts auf das Video
Presse Clipping
Interview mit Joachim Bosse