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Grabarz & Partner räumt beim Neptun Award ab

Die Gewinner des zehnten Neptun-Awards

Zum zehnten Jubiläum des Crossmedia-Preises, der am Dienstag im Hamburger Kino Savoy verliehen wurde, kürten die Veranstalter Hamburg@work, mlv und Tricolore Kunde und Agentur des Jahrzehnts. Scholz & Friends, mit „Umparken im Kopf“ für Opel der große Sieger des letzten Jahres, wurde als Agentur mit den meisten Neptun-Awards in zehn Jahren geehrt. Kunde des Jahrzehnts wurde die mehrfach Neptun-prämierte Baumarktkette Hornbach. Neben ausgezeichneten Kampagnen wie „Gothic Girl“ sei es mit dem Hornbach-Hammer gelungen, „das iPhone unter den Werkzeugen“ zu schaffen, so Laudator und Pilot-Geschäftsführer Klaus Ahrens.

Premiere feierte außerdem der Pearl Award, der Crossmedia-Kampagnen mit einem maximalen Mediabudget von 250.000 Euro auszeichnet. Der erste Sieger, die Agentur Kolle Rebbe, unterbot das Maximalbudget mit der „Fanhansa Siegerflieger“-Kampagne um ein Vielfaches: Der Schriftzug für das Flugzeug, mit dem die Deutsche Nationalmannschaft nach ihrem Weltmeistertitel in Berlin landete, kostete nur 3.500 Euro. Außerdem wurde der Sonderpreis „Best use of mobile“ verliehen, der in diesem Jahr an die Hamburger Agentur Crossmedia geht, die die 17-köpfige Fachjury mit der „Laufe zu deinem eigenen Beat“-Kampagne für Spotify überzeugen konnte.

Der Neptun-Award der Expertenjury unter Vorsitz von Grabarz & Partner-Geschäftsführer Reinhard Patzschke, der betonte, sich bei den Entscheidungen, die seine Agentur betrafen, enthalten zu haben, ging mit einem knappen Sieg an die „VW Club & Lounge"-Kampagne, in der Robbie Williams den neuen Marketingleiter des Wolfsburger Autobauers gibt. Besonders gelobt wurde die innovative Teaserkampagne. Robbie Williams hatte dafür zuerst auf seiner Facebook-Seite ein Video veröffentlicht, in dem er ankündigte, einen neuen Job zu suchen. Der „Bewerbungsfilm“ erregte weltweite mediale Aufmerksamkeit. Auf Platz zwei votierte die Jury die wohl erfolgreichste deutsche Kampagne des Jahres „Rechts gegen Rechts“ für Exit, von Grabarz & Partner und GGH Lowe, Platz drei belegte der Driftmob von Interone für BMW.

Zum ersten Mal entschied das Publikum anders als die Jury


Zum ersten Mal in der zehnjährigen Neptun-Geschichte sah das Publikum die Verteilung der Plätze jedoch anders und wählte „Rechts gegen Rechts“ zum Grand Prix. Die 250 Besucher hatten alle fünf Finalisten, neben den bereits erwähnten waren da noch die „Hej Nachbarn"-Kampagne für Ikea (ebenfalls Grabarz & Partner) und „Deine Musik, andere Ära“ von Crossmedia für Spotify, in zehnminütigen Präsentationen erlebt. Besonders beeindruckt war das Publikum, schon der Applaus ließ es vermuten, von den Einblicken in die Entstehung und die Probleme bei der Planung des unfreiwilligsten Spendenlaufs. Gewaltbereite Nazis, zwingende Geheimhaltung, langsames Internet, fehlendes Streetview und kaum Mediaflächen in Wunsiedel sowie die Frage „Wo verstecke ich meine Konfetti-Kanone?“ gehören wohl nicht zu den üblichen Hindernissen in der Kampagnen-Entstehung.

Der Grand Prix ist mit einem Mediabudget von 50.000 Euro von Bauer Advertising dotiert, das die Agenturen ausgeben können, für was auch immer sie wollen. Insgesamt hat Bauer Advertising am gestrigen Abend 150.000 Euro Mediabudget an die Gewinner vergeben.

„In den vergangenen zehn Jahren hat sich eindrucksvoll gezeigt, dass Crossmedia mehr als nur ein Schlagwort ist. Die unterschiedlichen Kanäle vollziehen einen steten Wandel, so dass nicht nur Online und Mobile dafür sorgen, dass wir jedes Jahr aufs Neue beeindruckende Cases zu Gesicht bekommen. Im kommenden Jahr wünschen wir uns vor allem noch mehr frische Kampagnen des Nachwuchses“, sagte der Juryorsitzende Reinhard Patzschke.

Und auch die drei Veranstalter Harald Kratel, Uwe Jens Neumann und Gunnar Brune sind sich sicher, dass Crossmedia die Zukunft gehört. Crossmediale integrierte Kampagnen würden aktuell mehr im Mittelpunkt stehen als je zuvor. Zum Jubiläum beendeten die drei auch die Spekulationen um die Herkunft des Award-Namens: Eine oft vermutete Verbindung zwischen dem Dreizack und den Kanälen TV, Print und Online gibt es nicht. Der Konferenzraum bei Gruner und Jahr, in dem das Crossmedia-Seminar, der Vorläufer des Awards, stattfand, hieß Neptun-Konfi. (ks)