SEA

Wie Sie Ihre Website schon jetzt auf Voice Search optimieren

Christina Neuhofer, Managing Partner bei Quisma

Google CEO Sundar Pichai spricht beispielsweise schon von 20 Prozent der Suchanfragen in den USA. Zwar sind klassisches SEO und SEA noch das Tagesgeschäft, die Optimierung auf die gesprochene Suche rückt aber immer mehr in den Fokus. Suchanfragen, der Aufbau von Anrufen, Notizen und Nachrichten senden – die Möglichkeiten, das Smartphone sprechend zu bedienen, sind vielfältig und erleichtern uns den Alltag. Was für User angenehm einfach ist, ist auch eine neue Chance für Unternehmen, ihre Seiten möglichst weit oben in den Suchergebnissen zu platzieren.

Aus der Sprachanfrage an Suchmaschinen resultieren Besonderheiten, die es bei SEA und SEO zu beachten gilt. Gesprochene Sprache ist weitaus komplexer als eine bewusst eingetippte Suchanfrage, die meist nur aus wenigen Keywords besteht. Da getippte Anfragen ganz anders aufgebaut werden als ihr gesprochenes Pendant – sie sind weniger gekünstelt und enthalten oft unspezifische Informationen – ergeben sich einige grundlegende Unterschiede hinsichtlich SEO und SEA. Auch die Intentionen von Schreiber und Sprecher unterscheiden sich – der eine recherchiert, der andere benötigt schnelle, präzise Antworten.

Was Sie bei Suchmaschinenanzeigen beachten müssen

Aktuell sind kombinierte Keywords meist nicht so lang – etwa drei bis vier Wörter. Mit steigender Nutzung der Voice Search wird aber eine langfristige Änderung hin zu längeren Keyword-Kombinationen stattfinden. Die Nutzer fangen gerade erst an, Voice Search zu erkunden und in ihren Alltag integrieren. Die ersten Fragen werden eher bewusst einfach formuliert, da man sich nicht sicher ist, inwieweit die Sprachassistenten komplexe Fragen verstehen können. Bei jüngeren Generationen – den Digital Natives – kann man aber schon erkennen, dass sie ihre mündlichen Suchanfragen länger und detaillierter formulieren. Um auf diese Entwicklung zu reagieren, ist es sinnvoll, eigene Kampagnen oder Ad Groups für Voice-Anfragen zu erstellen, die fragewortbasierte Keywords beinhalten. Außerdem sollten Keywords angepasst werden: Längere Keywords, die der gesprochenen Sprache angepasst werden und passende Fragewörter (W-Fragen) rein, auf Schriftsprache basierende Keywords und Fragewörter, die nicht zum Produkt oder zur Marke passen, raus. Bietet man beispielsweise Reisekoffer an, möchte man nicht bei Fluggast-Suchanfragen wie „Wie schwer darf mein Koffer sein?“ ausgespielt werden.

Im Gegensatz zur steigenden Relevanz von Longtail-Keywords können Exact Keywords, also passgenaue Suchbegriffe, überflüssig werden. Da jeder Nutzer auf unterschiedliche Art und Weise Fragen stellt, bilden hier nur Standardfragen, wie „Wie wird das Wetter morgen?“, eine Ausnahme. Außerdem sollten die Top 3 der Fragewort-Keywords im Anzeigentext vertreten sein. Die meisten Longtail-Keywords verursachen wenig Traffic. Durch das Einfügen der relevanten Fragewörter können mehr Voice-Anfragen aufgefangen werden. Anzeigentexte sollten so verfasst werden, dass sie einerseits die Frage des Users beantworten und ihn anderseits auf die Website und bestenfalls in den Verkaufstrichter locken, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des wachsenden Conversational Commerce.

Auch ein Sprachassistent kann sich irren und etwas falsch verstehen. Hintergrundgeräusche oder eine falsche Aussprache von Namen und Fremdwörtern führen häufig zu einer falschen Aufnahme der gesprochenen Wörter. Zwar hat sich die Fehlerrate in den letzten zwei Jahren laut Googles Director of Search Behshad Behzadi von 20 Prozent auf 8 Prozent verbessert, mögliche Schreibfehler, die der Sprachassistent machen könnte, sollten aber trotzdem eingebucht werden. Beispielsweis könnte die Suchanfrage „Wo kann ich ein Rad bekommen?“ vom Sprachassistenten missverstanden werden, da das Keyword „Rad“ phonetisch dem Wort „Rat“ ähnelt.

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