Consumer-Befragung

Wie die Einkaufswelt von morgen aussieht

Bei einer Befragung von mehr als 1.000 Personen über 14 Jahren hat der stationäre Handel nur noch eine Präferenz von 21 Prozent gegenüber allen anderen Einkaufsmöglichkeiten. Online shoppen bevorzugt ein Drittel der Befragten.

Die Mehrheit der Verbraucher meint, dass digitale Technologien das Shopping in Zukunft individueller machen. So geben 62 Prozent der Befragten an, dass es durch neue Technologien, wie etwa 3D-Druck, mehr individuelle, maßgeschneiderte Produkte für Kunden geben wird. Das hat eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.152 Internetnutzern ab 14 Jahren ergeben.

Produkte würden dann vermehrt "on demand" oder in Kleinserien im Laden produziert und nicht mehr im Lager bereitgehalten werden. 56 Prozent glauben, dass Ladengeschäfte zukünftig stärker als Showrooms dienen werden, in denen die Produkte getestet werden können, ehe der Verbraucher sie dann im Online-Shop des Händlers bestellt. 47 Prozent meinen, dass Waren auch per Virtual Reality im Laden angeboten und getestet werden können. Daran, dass stationäre Läden im Jahr 2030 dank digitaler Technologien durchgängig geöffnet sein werden, glauben 55 Prozent der Befragten.

Mobiles Shoppen gehört dazu [(hl]
Vor allem das Smartphone entwickelt sich dabei für viele zu einem wichtigen Einkaufsinstrument. Shoppte 2014 erst jeder Fünfte (20 Prozent) mit dem Handy, ist es mittlerweile nahezu jeder Zweite (46 Prozent). Vor allem die jüngere Generation geht mit dem Handy auf Einkaufstour. Von den 14- bis 29-Jährigen kaufen bereits drei von vier Befragten (76 Prozent) per Smartphone und ein Drittel (31 Prozent) per Tablet ein. Außerdem holen sich 9 von 10 Smartphone-Shoppern mit ihrem mobilen Begleiter zumindest gelegentlich Kaufanregungen oder recherchieren zu einem Produkt (93 Prozent). 87 Prozent vergleichen per Smartphone Preise, 84 Prozent lesen regelmäßig oder manchmal Bewertungen.

Zwei Drittel (63 Prozent) all jener 943 Befragten, die Soziale Netzwerke nutzen, haben hier schon einmal eine Kaufanregung bekommen und deshalb ein Produkt gekauft. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 83 Prozent. Bei 45 Prozent der Befragten kamen die Kaufanregungen aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis, bei 41 Prozent von Unternehmen. Es folgen Social Influencer, Blogger und YouTuber (39 Prozent). Bei den Jüngeren im Alter von 14 bis 29 Jahren inspirieren Social Influencer (54 Prozent) in Sachen Shoppingtipps und Kaufanregungen sogar schon häufiger als Freunde und Familie (44 Prozent). 72 Prozent aller Befragten sind der Meinung, dass ein Social-Media-Auftritt für Händler heute dazugehört. Vier von zehn Befragten (39 Prozent) geben an, dass der Social-Media-Auftritt die eigene Bindung zu einer Marke, einem Hersteller oder einem Shop stärkt. Knapp jeder Dritte (32 Prozent) liked entsprechende Seiten gerne.

Zahlen ohne Kassenschlangen

An das Einkaufen ohne Bargeld sowie ohne Kassen und Anstehen glauben 54 beziehungsweise 53 Prozent. Dieses Zukunftsszenario wird schon heute in Läden erprobt, in denen die Kunden dank innovativer Technologien einkaufen gehen können, Produkte in ihren Korb legen und am Ende einfach auschecken, ohne sich in lange Warteschlangen an Kassen stellen zu müssen. Die Kosten für den Einkauf werden anschließend automatisch vom Konto abgebucht. Ebenfalls mehr als jeder Zweite (51 Prozent) denkt, dass 2030 aufgebrauchte Produkte im Haushalt einfach ohne weiteres Zutun nachgeliefert werden, beispielsweise dank smarter Haushaltsgeräte wie Mülleimer, Kühlschrank oder Waschmaschine. An Verkaufsshops ohne Ladenpersonal glaubt jeder Dritte. So sagen 35 Prozent, dass künftig digitale Assistenten beraten werden. 33 Prozent meinen, dass Verkaufsroboter Kunden durch den Laden führen werden.