Data

Weniger Handarbeit und mehr Kopfarbeit

Auch auf der Tradeworld nächste Woche werden Daten im Handel thematisiert

Eine vom Software-as-a-Service-Anbieter Blue Yonder geförderte Studie ergab, dass bisher nur 13 Prozent der Industrieunternehmen Big-Data-Analysen in ihre Unternehmensprozesse integrieren. Im Handel sind es mit 27 Prozent mehr als doppelt so viele, schrieb der Technologieverband Bitkom im Februar dieses Jahres. Es überrasche nicht, dass der Handel der Industrie eine Nase weit voraus sei, wenn es um das Thema Big Data gehe. Aber die Nutzung könnte noch wesentlich stärker sein, sagt Holger Behnsen, Geschäftsführer von Emarsys, gegenüber ONEtoONE: „Daten sind das wertvollste Gut für (Omni-Channel-) Händler. Dank moderner Technologien sind Daten und die notwendige Intelligenz, daraus Smart Data zu machen, heute ausreichend vorhanden. Allerdings bleibt dieses Potenzial in den meisten Unternehmen noch weitestgehend ungenutzt: Das Wissen sowie die Ressourcen für eine zielführende und relevante Nutzung im Sinne hochgradig relevanter Kampagnen fehlen. Künstliche Intelligenz bildet hier in Teilen bereits heute die Brücke zwischen der Intelligenz und der Ausführung von Kampagnen.“

Er führt weiter aus: „KI kann viel effizienter durch eine Maschine erfolgen. Das wird auch die Rolle des Marketers entscheidend verändern: Der Anteil an operativer Ausführung wird deutlich abnehmen, während sich die Schwerpunkte stärker in Richtung Planung, Strategie und Kreation verschieben werden. Omni-Channel-Händler, die das frühzeitig erkennen, werden sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können.“

„Daten sind Fluch und Segen zugleich“

Marcus Ruebsam, Senior Vice President, Strategy & Solutions, CEC bei SAP Hybris, betont, dass die IT-Strukturen im Handel noch nicht ausreichend funktionieren. Er sagt: „Der schnelle Wandel der Marktbedingungen und Kundenerwartungen erfordert, dass die IT bei Omni-Channel-Händlern agiler wird. D.h. von der Erschließung zusätzlicher Kanäle über innovative Geschäftsmodelle bis hin zum Eintritt in neue Märkte muss ein Unternehmen in der Lage sein, mit neuen Ansätzen zu experimentieren, Erkenntnisse schnell zu gewinnen und dementsprechend zu reagieren. Das wichtigste Stichwort in diesem Zusammenhang ist auch hier Digitale Transformation. Denn nur so können Händler erfolgreich auf dem Marktplatz sein beziehungsweise bestehen bleiben.“

Laut Ruebsam bergen Daten im Omni-Channel-Handel sowohl Chancen als auch Risiken: „Daten sind dabei Fluch und Segen zugleich – sie stellen den Omni-Channel-Handel vor eine massive Herausforderung und bieten gleichzeitig auch eine enorme Chance. Händler müssen Berge von Kundendaten sammeln, strukturieren und interpretieren, um aussagekräftige, passgenaue Profile zu erstellen. Mit diesen können sie ihren aktiven, mündigen Kunden die personalisierte und kontextbezogene Interaktion bieten, die von ihnen erwartet wird – und das unabhängig von Kanal und Endgerät. Wer also auf eine datenzentrierte Wertschöpfungskette baut, hebt sich vom Wettbewerb ab und erfüllt die neuartigen Erwartungen und Bedürfnisse der digital vernetzten Kunden.“

Ein umfangreiches Special zu Data im Marketing war der ONEtoONE-Ausgabe 12/16 beigelegt. Alle redaktionellen Artikel sowie die Best-Practice-Beiträge aus dem Print-Heft sind mittlerweile gesammelt online nachlesbar. Im Data-Special finden Sie Artikel zum aktuellen Stand der Big-Data-Diskussion sowie Tipps für den Einstieg in das Thema, aber auch Wege für Fortgeschrittene, um von „Big Data“ zu „Smart Data“ zu gelangen. Darüberhinaus äußern sich Experten zu den Trendthemen Visualisierung von Daten, Online-/Offline-Verschmelzung, Social-Media-Integration und Data-Weiterbildung. Das 52-seitige E-Paper finden Sie hier.

Zusätzlich ist in der kommenden Ausgabe 04/17 ein Data-Schwerpunkt geplant. Unter media@onetoone.de erhalten Sie alle nötigen Informationen zu Inhalten und Buchungsmöglichkeiten. (db)