Akquisition

Ströer übernimmt Interactive Media und T-online.de

Udo Müller, Vorstandsvorsitzender Ströer (links) und Niek Jan van Damme, Chef Telekom Deutschland

Der Wert der Transaktion beläuft sich laut Ströer auf rund 300 Millionen Euro. Die Deutsche Telekom werde im Gegenzug Anteilseigner von Ströer. Die Transaktion erfolgt im Wege einer Kapitalerhöhung von Ströer gegen Sacheinlage der beiden Gesellschaften.

Mit dem Erwerb von Interactive Media, laut Agof der drittgrößte Digitalvermarkter in Deutschland, stärke Ströer die „Nummer-eins-Position“ unter den deutschen Digitalvermarktern. Der Kauf des hierzulande reichweitenstärksten Internetportals (laut Agof) soll für Ströer den Weg zum „digitalen Multi-Channel-Medienhaus“ ebnen und die vor einem Jahr gegründete Ströer Content Group ergänzen. So sollen die Inhalte von T-online.de über das Public-Video-Netz in Bahnhöfen und Einkaufszentren verbreitet werden. Man erhofft sich eine „bessere Kapitalisierung“ des Contents und „Synergien in beide Richtungen“. Das Portal werde aber weiterhin als Plattform für T-online.de-Mailadressen und das Telekom-Kundencenter dienen.

Der digitale Umsatzanteil von Ströer werde sich 2016 mit den Akquisitionen auf rund 35 Prozent erhöhen, so das Unternehmen. Ziel sei es weiterhin, mit der Digitalsparte in den kommenden Jahren die Hälfte des Umsatzes zu generieren.

„Die Transaktion markiert den Beginn einer neuen Ära für unser Unternehmen. Vor dem Hintergrund der Transaktion erhöhen wir unsere bisherige mittelfristige Guidance und rechnen bereits 2016 mit einem Konzernumsatz von rund einer Milliarde Euro bei einer EBITDA-Marge von 23 bis 24 Prozent. Gleichzeitig erwarten wir in der Digitalsparte ein starkes Wachstum des Operational EBITDA auf einen dreistelligen Millionenbetrag“, sagt Udo Müller, Vorstandsvorsitzender von Ströer. „Gleichzeitig ist der Zusammenschluss der beiden Vermarkter ein sehr wichtiger Schritt, um auch die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit eines deutschen Online-Vermarktungshauses im Wettbewerb mit global agierenden Konkurrenten sicherstellen zu können.“

Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamts. Der Abschluss wird für das vierte Quartal 2015 erwartet. (ks)