Pflichten und Trends für Online-Shop-Betreiber 2016

Neue Gesetzgebungen zum Verbraucherschutz verpflichten den Betreiber, seinen Content zu erweitern. Aber eine Content-Erweiterung ist nicht nur dahingehend sinnvoll. Mehr Gewinn lässt sich manchmal erheblich durch kleine Veränderungen oder Verbesserungen erzielen. Das sollten Sie für das neue Jahr mitnehmen.

Neue Informationspflichten ab 09.01.2016

Um verbraucherrechtliche Streitigkeiten innerhalb der EU außergerichtlich regeln zu können, hat die EU mit der ODR-Verordnung neue Informationspflichten für Online-Shop-Betreiber festgelegt. Nach Art. 14 Abs. 1 (ODR) tritt diese Informationspflicht ab 09.01.2016 in Kraft. Diese besagt, dass Online-Shops auf die Online-Streitbeilegungs-Plattform (kurz OS-Plattform) leicht zugänglich verlinken müssen. Gut geeignet hierfür ist das eigene Impressum. Auch die eigene E-Mail Adresse sollte hier bestenfalls erwähnt werden. Aussehen kann das Ganze letztlich so:

"In Verbraucherangelegenheiten stellt Ihnen die Europäische Kommission die Plattform http://ec.europa.eu/consumers/odr zur Online-Streitbeilegung zur Verfügung. Bei weiteren Fragen beraten wir Sie unter der E-Mail Adresse [E-Mail Adresse]."

Die OS-Plattformen funktionieren im Übrigen in beide Richtungen: Vergehen von Online-Händlern oder Verbrauchern können von der jeweils anderen Partei über die OS geklärt werden.

Komplikationen in der Erreichbarkeit der OS-Plattform

Die Informationspflicht ist von jedem Händler ohne Ausnahme einzuhalten, da sonst Abmahnungen drohen. Lediglich B-to-B-Shops können auf die Verlinkung zur OS verzichten. Bestehendes Problem seither ist jedoch, dass die Plattform erst zum 15.02.2016 in Betrieb genommen wird. Eine Verzögerung, die durch die EU-Kommission selbst zustande gekommen ist.

Die OS-Plattform verweist aufkommende Streitigkeiten dann an zuständige sogenannte AS-Stellen (alternative Streitbeilegung). Die AS-Stellen sind hingegen erst zum April 2016 erreichbar. Dies liegt daran, dass das Verbraucherstreitbeilegungsgesetz (VSBG), in dem die Umsetzung der ADR-Richtlinie über alternative Streitbeilegung in Verbraucherangelegenheiten geregelt sind, erst zum 1. April 2016 geltend gemacht wird. Die Shops sind durch Art. 14 Abs. 2 gemäß ODR-Verordnung zur Verlinkung einer solchen verpflichtet. Betroffen sind dabei lediglich Shops, die verpflichtet sind oder sich dazu verpflichtet haben, eine solche Schlichtungsstelle zu nutzen.

Diversifikation der Kaufoptionen

Der Trend geht dazu, seine Produkte viel weitreichender anzubieten als bloß im eignen Online-Shop. Ebay-Shops oder Amazon-Shops sind bekannt, werden auch immer relevanter, wie sich an den Umsatzzahlen von Amazon zeigen lässt. Google Shopping, Twitter, Pinterest, Instagram und Facebook bieten eine gute Investition, um den Verkauf zu steigern.

Neben den altbekannten Google AdWords Kampagnen, lassen sich auch preisgünstigere Mittel finden, die eignen Produkte durch Google besser platzieren zu lassen. Google Produktanzeigen können hingegen nur einen Bruchteil gegenüber den herkömmlichen AdWords-Anzeigen kosten. Dies liegt daran, dass die Konkurrenz noch relativ klein ist – noch! Das Google Merchant Tool steht dabei zur Verfügung, die Produkte einzupflegen und hilft gezielt aufzuzeigen, wo gewisse Details fehlen.

Die Social Media Kanäle wie Twitter, Pinterest, Instagram und Facebook ziehen auch mit. Facebook Canvas bietet eine bildschirmfüllende Anzeige, die individuell mit Videos, Bildern und Text gefüllt werden kann. Twitter, Pinterest und Instagram arbeiten an den interaktiven Kauf-Button. Werden Bilder mit Produkten hochgeladen, die zum Kauf verfügbar sind, können diese direkt auf dem Foto mit einem Kauf-Button verlinkt werden. So einfach, so nützlich.

[s2]Shop-Layout, SEO-Texte und Nutzerinteresse im Einklang

Damit sich Seitenbesucher und potenzielle Kunden auch in Käufer wandeln, ist mehr als nur ein SEO-Text von Nöten. SEO allein bringt zwar Traffic, animieren den Nutzer aber nicht zwangsweise dazu, die angebotenen Produkte auch zu kaufen. Neben den richtigen suchmaschinenoptimierten Text ist vor allem auch das Shop-Layout ein entscheidender Faktor, ob ein Kauf zustande kommt. Die Conversion (Aktion) sollte optimiert werden, um Erfolg zu bringen wie Sale, Lead, Call und Engagement.

SEO – komplexer als bloße Keywords

Die Zeiten, in denen Keyword-Kombinationen sinnfrei in einen Text eingebaut wurden, sind glücklicherweise vorbei. Googles Algorithmen erkennen diese zwar optimierten, aber nicht lesenswerten Texte und strafen künftig den Online-Shop mit einem schlechten Ranking. Das ist für den Kunden eine Erleichterung, für den Texter bedeutet es mehr Arbeit, die sich jedoch lohnt. Die SEO-Kriterien sollten sich optimalerweise mit dem Shoptext abdecken.

Idealerweise verschmilzt der Content mit dem Commerce, wobei Content Commerce entsteht, eine neue Form des Online-Handels. Guter Content informiert, unterhält oder inspiriert. Dennoch sollte eine funktionale Ausrichtung (Commerce) vorhanden bleiben, lieber unscheinbar als offensichtlich. Qualitativ hochwertige Inhalte regen den Besucher der Website zum Kauf an. Auch interne Verlinkungen müssen logisch im Text einfließen. Ein gutes Ranking holt sich der Shop ein, der auf die Interessen und Fragen des Kunden eingeht und danach seine SEO-Texte optimiert.

Conversion – einfache Nutzung für den Kunden

Die Conversion sollte dem potenziellen Kunden so einfach wie möglich gemacht werden. Die Bedienung innerhalb des Shops muss simpel und logisch aufgebaut sein. Auch eine gut funktionierende Suchfunktion ist oftmals entscheidend für den Kauf des Produkts. Folgende Punkte erzielen eine bessere Conversion:

[TAB]Gute Struktur der Website bzw. Navigation

[TAB]Zielgruppenorientierte Gestaltung

[TAB]Leicht auffindbare Inhalte

[TAB]Zielgerichtete Inhalte

[TAB]Einfache Bedienung des Shops, vor allem beim Bestellvorgang

[TAB]Sichtbares Kontaktformular für einen guten Kundenservice

[TAB]Transparente Zusatzkosten wie Versandkosten etc.

[TAB]Anbieten passender Zusatzprodukte

[TAB]Kauf ohne Registrierung

Hierbei sind derweil zahlreiche Tools hilfreich, die auf eine bessere Conversion-Rate abzielen. Dazu zählen Tools wie Heatmaps, Clickmaps, Formularanalysen und Visitor-Session-Replays.

Shop-Layout – das Auge isst mit

Ein schlechtes Shop-Layout kann auch der beste SEO-Text nicht wettmachen. Für eine bessere Visualisierung der Website gibt es auch Optimierungstools, wie sogenannte A/B-Testing-Tools, bei denen sich Websites gegeneinander testen lassen. Besonders wichtig ist zudem, dass die Website optimiert wird für Mobilgeräte, denn die Verkaufszahlen über mobile Endgeräte steigern sich täglich.

Zusätzlich sollten folgende Layout-Hinweise beachtet werden:

[TAB]Keine Slider, lieber alles auf einem Blick darstellen

[TAB]Verwendung eigener Fotos statt Stockfotos, bestenfalls in großer Auflösung

[TAB]Mehrere Fotos pro Produkt

[TAB]Mehr Call-to-Action-Buttons, zielgerichtete Aufforderungen zum Kauf

[TAB]Klar strukturierte Landingpages, einfach und zielgerichtet

[TAB]Vertrauen des Kunden fördern durch sichtbare Zertifikate (trusted Shop etc.)

Der Autor Herbert Buchhorn ist Geschäftsführer von Clicks Online Business