OTT-Video

Studie sieht Internet-Technik bei Bewegtbild vorne

Der 'State of the Broadcast Industry 2018'-Report kommt zu dem Ergebnis, dass Nutzer Inhalte überall und auf jedem Gerät konsumieren. Allerdings sind viele Zuschauer bereits jetzt mit der Vielzahl an Auswahlmöglichkeit überfordert. 49 Prozent der Nutzer sagen, dass zu viele Fernsehprogramme zur Auswahl stehen.

Trotz dieser Fülle an Angeboten deuten besonders die Millennials an, dass sie mit ihren derzeitigen OTT-Angeboten nicht unzufrieden sind. Das wird zu einer Verbesserung der OTT-Ergonomie führen: Ooyala prognostiziert eine straffere Authentifizierung, bessere Content-Pflege und Personalisierung sowie einfachere Suche und Content-Empfehlung.

Gleichzeitig nehmen mobile Videoaufrufe weiter rasant zu: So sollen mobile Videoaufrufe bis 2022 75 Prozent des gesamten mobilen Datenverkehrs ausmachen. Das geht aus einer Umfrage des Technologieunternehmens Ericsson hervor. Fernsehen werde eine stärker personalisierte, individuelle Erfahrung.

Weitere Erkenntnisse des Reports:
1. Content-Anbieter experimentieren mit Formaten, wie vertikalen Videos oder Serien speziell für mobile Geräte, um überall TV-Erlebnisse zu bieten;
2. Große Social-Media-Plattformen wie Facebook (mit Ausgaben für Content von geschätzt einer Milliarde US-Dollar in diesem Jahr), Twitter und Snapchat haben alle die zunehmende Bedeutung von Online-Videos erkannt und steigen mit großen Investitionen in lange und kurze Videos ebenfalls ins Streaming-Geschäft ein;
3. Kleine Pakete gewinnen an Zugkraft und Distributoren werden laut comScore in den USA beispielsweise mehr als drei Millionen Abonnenten für Mini-Pakete verzeichnen. 2018 bringt mehr Experimente mit solchen Paketen;
4. Traditionelle TV-Unternehmen setzen voll auf IP-Technologie. Dabei stehen vor allem die Metadaten im Fokus. Content-Anbieter sind überzeugt, dass diese in jedem Bereich der Videobereitstellung entscheidende Vorteile bieten. Der TV-Standard der nächsten Generation, ATSC 3.0, ist ein Beispiel hierfür. Dieser Einsatz von Daten ist ausschlaggebend für den Erfolg von TV in den nächsten fünf Jahren;
5. Auch wenn es für manche zu viel Content sein mag, ziehen Produzenten Zuschauer mit einer Kombination aus eigenen und exklusiven Inhalten an. Budgets für die Produktion eigener Inhalte werden daher weiterhin ansteigen. In Folge dessen werden Distributoren ungeduldiger beim Aufbau eines Zuschauerstamms für eine neue Serie und setzen diese schneller ab. Außerdem werden Content-Produzenten neue Geschäftsmodelle verfolgen (Abonnement plus Werbung, stärkere Vermarkung von Serien, etc.).

Der Begriff Over-the-top content (OTT) bezeichnet die Übermittlung von Video- und Audioinhalten über Internetzugänge, ohne dass ein Internet-Service-Provider in die Kontrolle oder Verbreitung der Inhalte involviert ist.