Agentur-Initiative

Kontroverse Plattform gegen Kinderpornografie

„No-Kids.org ist ein Programm, eingebettet in eine Website, das die Verbreitung von kinderpornografischen Dateien in Peer-to-Peer-Netzwerken effektiv eindämmt“ – so lautet die Selbstbeschreibung der Plattform. „Jeder Computer, auf dem No-Kids.org gestartet wurde, dockt sich automatisch an eines dieser Netzwerke an. Und täuscht dann vor, exakt die Datei zu haben, nach der Kinderporno-Konsumenten suchen.“ Versendet werde dann allerdings eine No-Kids.org-Datei, die keine Kinderpornos enthält, sondern die Aufforderung, sich an eine Beratungsstelle zu wenden. Den wahren Inhalt dieser Datei erkennen Kinderporno-Konsumenten erst nach dem Download. „Das macht es ihnen unmöglich, tatsächlich kinderpornografische Dateien von No-Kids.org-Dateien in Peer-to-Peer-Netzwerken zu unterscheiden“, so der Text auf der Website weiter.

Die Seite ist erst vor wenigen Tagen in Betrieb gegangen, hat aber bereits schon für starke Resonanz im Web gesorgt – und zwar nicht nur positive: Der Düsseldorfer Rechtsanwalt Udo Vetter kritisiert in seinem „Law Blog“ den Ansatz von Grabarz & Partner, da die Teilnehmer damit ins Fadenkreuz der Ermittler gelangen könnten. Die Aussage der Seitenbetreiber, dass No-Kids.org für den Anwender „vollkommen unbedenklich“ sei, sei „schlichtweg falsch“, schreibt Vetter. „Jeder, der dort mitmacht, riskiert eine Hausdurchsuchung“, so der Jurist. Grabarz & Partner reagierte inzwischen mit einem Statement auf der Website, demzufolge die Sicherheit der Teilnehmer gewährleistet „und mit den Fahndungsmethoden der Behörden abgeglichen“ sei. Kai Heuser, Senior Art Director bei Jung von Matt/Neckar, lobt demgegenüber die Maßnahme der Kollegen im Agenturblog: „Eine klasse Initiative finde ich, die es sich lohnt zu unterstützen.“ (re)