Brand Safety

Google schickt Comscore vor

Für die meisten Werbetreibenden kaum die erste Wahl: Werbung, die im Umfeld von Hass und Gewalt dargestellt wird

Immer wieder ein verstörender Anblick: Mehrere bärtige junge Männer stehen und sitzen nebeneinander, halten ihre Schusswaffen vertikal nach oben, gucken stolz in die Kamera und singen Lobeslieber auf Krieg und Gewalt. Darunter ragt ein breites Werbebanner für eine Beauty-Creme. Der Hersteller der Marke ist sicherlich nicht erfreut, sein Produkt direkt in Verbindung mit einem Isis-Video auf Youtube zu sehen. Das Beispiel wurde im April von Arne Wolter, Chief Digital 
Officer bei Gruner + Jahr, auf einer Pressekonferenz für mangelhafte Brand Safety im Internet gezeigt. Er sagte, dass die derzeitigen Probleme der großen Werbetreibenden mit schwer bis gar nicht kontrollierbaren Plattformen wie Youtube und Facebook „eine große Chance“ für klassische Medien sind, deren Inhalte von Redaktionen geprüft und selektiert sind.

Google hat nun auf die bisherigen Diskussionen reagiert und mit Comscore einen neuen Partner für unabhängige Markensicherheit vorgestellt. „Digitale Inhalte in Bezug auf Markensicherheit zu untersuchen, ist eine komplexe Herausforderung, vor allem in einer so großen und schnell wachsenden Umgebung wie Youtube“, sagt Dan Hess, Executive Vice President of Products bei Comscore. „Wir freuen uns zu sehen, dass Google den Schritt in Richtung mehr Brand Safety unternimmt und uns das Vertrauen für diese Initiative schenkt.“

Das Unternehmen hat rund 3.200 Kunden in 75 Ländern und arbeitet unter anderem mit einer eigenen Brand Safety Engine, die „Campaign Essentials“ heißt. In verschiedenen Medienberichten werden Analysten von Nomura Instinet zitiert, die errechnet haben sollen, dass Google bereits 750 Millionen US-Dollar (rund 708 Millionen Euro) an Werbeeinnahmen durch die Kürzungen einiger Großunternehmen verzeichnen musste. (db)