Social Media

Fünf Tipps, wie Unternehmen über Facebook-Gruppen kommunizieren sollten

Im Januar hatte Facebook angekündigt, die Sichtbarkeit der Inhalte von "businesses, brands, and media" drastisch einzuschränken als Konsequenz aus der Tatsache, dass die organische Reichweite von Beiträgen, die von Unternehmen und Medien gepostet werden, stetig sinkt. Dagegen rücken Beiträge von Freunden, der Familie und Facebook-Gruppen in den Vordergrund. Ebenso wie Beiträge, in denen Konversationen stattfinden.

Helge Ruff, Gründer und Geschäftsführer der Social Media Agentur 1-2-social aus München, gibt fünf Tipps, was Unternehmen über Facebook-Gruppen wissen müssen:

  1. Auch Unternehmen können Gruppen erstellen
    Seit einiger Zeit können nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen Facebook-Gruppen erstellen. Der Inhalt und Aufbau der Gruppen unterscheidet sich nicht. Allerdings können andere Seiten, wie beispielsweise die von Wettbewerbern, einer Gruppe nicht beitreten. Zugleich haben Unternehmen die Möglichkeit, die Reichweite von Beiträgen innerhalb einer Gruppe mit Media Budget zu steigern.

  2. Beiträge in Gruppen haben eine höhere organische Reichweite als Seiten
    Der Newsfeed bevorzugt ab sofort Beiträge, die in Gruppen veröffentlicht wurden. Dies wiederum sorgt für eine höhere organische Reichweite der Beiträge im Vergleich zu gewöhnlichen Unternehmensposts. Der Grund dafür ist offensichtlich: Wenn Facebook „Meaningful Interactions“ fördern möchte, sollen sich User den Gruppen anschließen und zu bestimmten Themen austauschen. Wichtig zu wissen: Beiträge in einer Gruppe werden auch nur deren Mitglieder angezeigt. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Gesamtreichweite von „normalen“ Beiträgen durch den Einsatz von Media Budget bei Facebook-Seiten um ein Vielfaches größer sein sollte, als innerhalb einer Gruppe.

  3. Der Content sollte zur Diskussion anregen
    Menschen treten Gruppen bei, weil sie Inhalte und Diskussionen zu bestimmten Themen erwarten und daran teilhaben wollen. Entsprechend sollte sich der Content in Gruppen fundamental von der allgemeinen Redaktion einer Fanpage unterscheiden. Geht es bei der Veröffentlichung von Unternehmens-Posts um eine Art Infotaiment, Inspiration oder besonders kreativer Beiträge, sollte der Content in Gruppen zu inhaltlichem Feedback und Austausch anregen.

  4. Gruppen sind ein Mittel zur Kundenbindung und Beziehungsaufbau
    Wie auch bei jedem anderen Social-Media-Kanal, sollte man Gruppen ein strategisches Ziel zuweisen. Während die Kommunikation über eine Fanpage in der Regel 1-to-many ist, sind die Gruppen-Mitglieder eher auf Augenhöhe. Es geht nicht darum möglichst viele User zu erreichen. Ziel ist es den Anstoß zu Diskussionen zu geben, denn die Mitglieder haben per se ein viel höheres Interesse am Produkt oder einer Marke. Sie wollen ihrer Marke nah sein und mehr über Features, Hintergründe, die Herstellung oder Anwendungsfelder von Produkten erfahren. Dementsprechend müssen die Inhalte gestaltet sein. Unternehmen sollten zudem flexibel in ihrer Kommunikation sein. Manchmal muss Input geleistet, dann in einen aktiven Dialog getreten oder sich auch einfach mal in die Beobachterrolle begeben werden. Zuhören und Beobachten sind ebenso wichtig.

  5. Gruppen als Marktforschungsinstrument nutzen
    Facebook-Gruppen stellen Interessensgruppen zu einem bestimmten Thema dar. Unternehmen haben daher die Möglichkeit ihre Zielgruppe genau kennenzulernen und mehr über ihre Motive und Hintergründe zu erfahren. Die Diskussionen in einer Gruppe können je nach Art des veröffentlichten Beitrags gezielt gesteuert werden. So können Unternehmen die Mitglieder auch in die Entwicklung von Produkten einbinden. Die Produktentwicklung könnte im Austausch mit der Kernzielgruppe innerhalb einer Facebook-Gruppe viel kollaborativer gestaltet werden, al es über Facebook-Seiten möglich ist.