Social Media

US-Präsidentenwahl: Wie Donald Trump von einer Armada an Social Bots unterstützt wurde

Seit 2008 gelten Soziale Medien als wichtiges Tool in der politischen Kommunikation. Damals konnte Barack Obama auch durch geschickte Kampagnenführung via Facebook, Twitter und Co. vor allem junge Zielgruppen für sich gewinnen. Seither spielen Soziale Medien in demokratischen Diskussionen zunehmend eine wichtige Rolle. Doch was geschieht, wenn diese leistungsstarken Kommunikationsinstrumente genutzt werden, um Online-Diskussionen zu manipulieren? Und welchen Anteil haben mittels Künstlicher Intelligenz gesteuerte Social Bots, die Stimmung für oder gegen einen Kandidaten machen. Und können diese die öffentliche Wahrnehmung von Politikern zu verändern, vielleicht sogar das Ergebnis demokratischer Wahlen zu beeinflussen?

Diese und andere Fragen haben die Wissenschaftler Alessandro Bessi und Emilio Ferrara vom University of Southern California Information Sciences Institute in einer Studie untersucht, die einen Tag vor der Wahl veröffentlicht wurde. Darin kommen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass mehr als 400.000 Social Bots sich in politische Diskussion zur US-Präsidentschaftswahl auf Twitter eingeschaltet haben. Diese durch Software gesteuerten Bots haben demnach mit 3,8 Millionen Tweets rund 20 Prozent der Twitter-Kommunikation zur US-Wahl produziert.

Bots for Donald

Profitiert hat von dieser Armada an automatisierten Nachrichten vor allem Donald Trump – der nun designierte US-Präsident. Der Studie zufolge waren 75 Prozent der über Donald Trump getwitterten Botschaften positiv. 25 Prozent konnte dem Clinton-Lager zugeordnet werden. Ob die Bots tatsächlich die öffentliche Meinung direkt beeinflusst haben, konnten Bessi und Ferrara mit der Studie nicht feststellen. Durch die schiere Masse an technisch generierten Tweets und deren Retweets ist es allerdings wahrscheinlich.

Die Studie hat Daten zwischen dem 16. September und dem 21. Oktober 2016 untersucht. Dabei wurden mehr als 20 Millionen Tweets von 2,8 Millionen unterschiedlichen Nutzern analysiert. (fze)