Neue Horizonte

DDV in Asien: „Mobile First ist out“

Die DDV-Gruppe war sowohl in Japan als auch in Shanghai (China) vor Ort

Die Teilnehmer profitierten vom Input aus den asiatischen 
Unternehmen, aber auch vom Austausch untereinander„Mobile First ist out, Mobile Only ist in“, berichtet DDV-Präsident Martin Nitsche. Nach seinen Eindrücken ist Mobile in Asien derart dominierend, dass sich schon gar nicht mehr die Frage nach Mobile First ob ja oder nein stellt, sondern dass es quasi nur noch um
Mobile geht.

Es war die dritte internationale Dialogtour des DDV und wieder mal ein „Synapsenfeuerwerk zum Jahresstart“, wie Nitsche sagt. In China wird der Markt beherrscht von BAT. Das steht nicht für British American Tobacco, sondern für Baidu (Suchmaschine), Alibaba (E-Commerce-Ökosystem) und Tencent (Wechat-Betreiber). „Wir hatten in Shanghai häufig Probleme zu bezahlen, ob mit Bargeld oder mit Kreditkarte, weil eigentlich nur noch über Alipay oder Wechat bezahlt wird. Mobile Bezahlsysteme sind dort die Normalität.“

Neben verschiedenen anderen Unternehmen und Start-ups stand auch ein Besuch bei Alibaba auf dem Programm. An dem Unternehmen sind u.a. Yahoo und Softbank beteiligt. Bezeichnenderweise kommunizierte die Reisegruppe irgendwann auch über eine Wechat-Gruppe miteinander.

Nitsche zeigte sich von der hohen Technik-Nutzung in Shanghai beeindruckt, aber auch vom Chaos-Niveau. So seien einige Teilnehmer zwar in der Magnetschwebebahn Maglev mit 430 Kilometern pro Stunde gefahren. Allerdings waren die Züge von innen im Gegensatz zu deutschen Zügen nicht gerade aufgeräumt.

Japan

In Tokyo zeigte sich dann ein ganz anderes Bild. Zwar ist Japan technologisch mindestens genau so weit entwickelt, aber dort ist laut Nitsche alles auf das „Bewahren des Erreichten“ ausgerichtet, was mit der Überalterung der Gesellschaft zu tun habe. Da der Anteil der arbeitenden Bevölkerung immer weiter schrumpft, und zum Beispiel niemand mehr Jobs wie den des Taxifahrers ausüben möchte, wird vor allem an technischen Lösungen gearbeitet, die diese Jobs ersetzen. So entwickle Toyota derzeit unter anderem selbstfahrende Taxis. Und der große TK-Anbieter NTT bastelt an KI-Lösungen, um Tätigkeiten von Call-Center-Mitarbeitern zu automatisieren.

Der größte Unterschied sei vielleicht das Höflichkeitsniveau gewesen: „Hier wird der Kunde nicht als König betrachtet, sondern als Geschenk. Das Serviceniveau ist deutlich höher als bei uns“, sagt Nitsche. Insgesamt habe die Reisegruppe dreifach profitiert: Zum einen von den Erlebnissen an sich, und zum anderen von der Reflektion in der Gruppe, da die Teilnehmer sehr unterschiedliche Wissensstände und Perspektiven einbrachten. Und drittens sei man als Gruppe gut zusammengewachsen, was Networking auf hohem Niveau ermöglichte. (db)