Personalien

Das Ende einer (erfolglosen) Ära – Marissa Mayer verlässt Yahoo

Marissa Mayer muss bei Yahoo abdanken

Marissa Mayer wird den US-Internetriesen Yahoo verlassen. Ihr Abgang wird nach dem geplanten Verkauf von Yahoo an US-Mobilfunkkonzern Verizon vollzogen. Das teilte Yahoo der US-Börsenaufsicht SEC mit. Mit Mayer werden auch Yahoo-Mitgründer und die Manager David Filo, Eddy Hartenstein, Richard Hill, Jane Shaw und Maynard Webb das Unternehmen verlassen. Tor Braham, Eric Brandt, Catherine Friedman, Thomas McInerney und Jeffrey Smith werden nach dem Closing weiterhin als Direktoren der Gesellschaft tätig sein. Eric Brandt wird Vorsitzender des Verwaltungsrats und folgt damit auf Mayer.

Die Personalrochade geht einher mit der Umbenennung von Yahoo in Altaba. Der US-Konzern kündigte an, nach dem geplanten Verkauf des Webgeschäfts das verbliebene Unternehmen in Altaba umzubenennen. Altaba besteht damit vor allem aus Yahoo Japan und der Beteiligung an der chinesischen Online-Plattform Alibaba. Die Personalien seien nicht durch irgendeine „Meinungsverschiedenheit mit dem Unternehmen oder irgendeiner Angelegenheit bezüglich des Unternehmensbetriebs, seiner Grundsätze oder Praktiken“ begründet, teilte Yahoo in dem Schreiben an SEC mit.

Der Mitteilung zufolge besteht zudem das Risiko, dass Verizon die Übernahme wegen des massiven Daten-Diebstahls bei Yahoo platzen lässt. Kurz nach Bekanntgabe des 4,8 Milliarden-Dollar-Deals im Juli 2016 wurden zwei Spionage Attacken aus 2013 und 2014 bekannt. Damals konnten unbekannte Hacker jeweils Daten von 500 Millionen und einer Milliarde Yahoo-Nutzern stehlen. Darauf hin kündigte Verizon eine Überprüfung der Übernahme an.

Mit dem Abgang von Marissa Mayer tritt eine ehemalige Lichtgestalt der Internetbranche ab, die zuletzt unglücklich agiert hatte. So setzte die frühere Google-Managerin bei Yahoo auf einen Ausbau des Medienangebots – erfolglos. Auch mit Investitionen in die Web-Suche und dem Kauf der Blog-Plattform Tumblr für 500 Millionen Euro, mit dem sie ein jüngeres Publikum erreichen wollte, konnte sie die Zahlen nicht nach oben treiben. Die Netto-Werbeerlöse fielen in ihrer Amtszeit seit 2012 Jahr für Jahr. Lediglich in 2015 konnte der Konzern wieder Zuwächse vermelden. (fze)