Wissen

Checkliste: So senken Online-Händler die Bounce Rates bei Product Listing Ads

Felix Schirl, Geschäftsführer TRBO

Wenn ein Nutzer bei Google nach einem Kindersitz sucht, bekommt er neben organischen Ergebnissen in der Regel auch „normale“ Suchmaschinen-Anzeigen sowie sogenannte Product Listing Ads (PLAs) eingeblendet. PLAs bestehen aus einem Vorschaubild des Produkts, einer Kurzbeschreibung, dem Anbieter und dem Preis. Wenn der Nutzer auf diese Anzeige klickt, wird er auf eine Produktdetailseite des anbietenden Webshops weitergeleitet. Wenn ihm das Produkt gefällt, kann der User den Kauf direkt von der Produktdetailseite aus abschließen. Gefällt es nicht, klickt er meist direkt wieder zurück zu den Google-Suchergebnissen – und ist als potentieller Kunde für den Online-Shop verloren.

PLAs sind ein toller Traffic Booster, denn in der Regel ist der Cost-Per-Click (CPC) günstig und die Klickrate (CTR) deutlich höher als bei Standard-Textanzeigen, weshalb Webshop-Betreiber hierfür auch viel investieren. Der Haken an PLAs ist allerdings ihre hohe Bounce Rate, denn über 70 Prozent aller User verlassen die Zielseite ohne zu kaufen. Dafür gibt es vielfältige Gründe: die Farbe gefällt nicht, das Produkt entspricht doch nicht dem Geschmack, der Preis ist zu hoch et cetera. Da der User aber auf einer Produktdetailseite landet, fehlen ihm meist Alternativen zum gesehenen Produkt.

Mit den folgenden vier Tipps können Shop-Betreiber die User länger auf der Seite halten und die Bounce Rates ihrer teuer bezahlten Shopping-Anzeigen signifikant – sogar um bis zu 30 Prozent – senken:

Tipp 1: Kategorieseiten mit ähnlichen Produkten im Hintergrund einblenden

Die Google-Richtlinien geben vor, dass User von PLAs direkt auf eine Produktdetailseite geleitet werden müssen – eine direkte Weiterleitung zur allgemeinen Übersichtsseite des Online-Shops ist demnach nicht erlaubt. Um Usern trotzdem eine größere Produktauswahl zu bieten, kann die passende Kategorieseite im Hintergrund eingeblendet werden. Dabei muss aber darauf geachtet werden, dass das eigentlich gesuchte Produkt im Mittelpunkt steht. In unserem Beispiel: Klickt der Nutzer also auf die Shopping-Anzeige des Webshops, wird ihm der Kindersitz in einem Fenster im Vordergrund eingeblendet. Im Hintergrund werden dann in Form der Kategorieseite weitere Produkte vorgeschlagen, die seiner Suchanfrage entsprechen – beispielsweise Kindersitze von anderen Herstellern oder in anderen Farben. Der Vorteil: Gefällt dem User das ursprünglich angeklickte Produkt doch nicht, kann er das Fenster im Vordergrund einfach schließen und gelangt auf die Kategorieseite. So wird er nicht nur länger auf der Seite gehalten, sondern findet unter den ähnlichen Produkten vielleicht sogar den passenden Kindersitz.

Tipp 2: Produktdetailseiten mit zusätzlichen Produkten anreichern

Möchten Händler ein vorzeitiges Abspringen der User verhindern, bietet es sich außerdem an, die Produktdetailseite selbst mit weiteren Produkten anzureichern. Um aber mit den Google-Richtlinien konform zu gehen, sollte auch hier das zuvor ausgewählte Produkt auf der Detailseite im Vordergrund stehen. Klickt der User also bei Google auf die Anzeige für den Kindersitz, wird er auf eine Produktdetailseite des Webshops geleitet. In diesem Fall zeigt sie aber keine Kategorieseite im Hintergrund (Tipp 1) sondern eine Auswahl weiterer Produkte auf der Seite selbst. Sie können entweder Inpage oder in einem Layer seitlich neben oder unter dem eigentlichen Produkt eingeblendet werden und so zum Weiterklicken animieren.

Nächste Seite

1
2