Checkliste Gehaltsverhandlung

Sieben Gründe, warum es jetzt Zeit für eine Gehaltserhöhung ist

Es gibt ein richtiges Timing, um nach einer Gehaltserhöhung zu fragen. Denn ist der Zeitpunkt unglücklich gewählt, führt die Frage nach mehr Geld mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer Absage. Die sieben ONEtoONE-Tipps helfen, künftig mehr auf dem Gehaltszettel zu haben.

1. Sie sind eine Frau

Wenn Sie nicht mit einem äußerlichen primären Geschlechtsmerkmal ausgestattet sind, dann verdienen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger als ihre männlichen Kollegen. 18 Prozent weniger verdienen Frauen in der deutschen Digitalwirtschaft - das hat iBusiness in seiner Studie zum Gehaltsspiegel für die Digitale Wirtschaft herausgefunden. Fragen Sie einfach mal Ihre Kollegen. Übrigens: In Unternehmen mit mindestens 200 Beschäftigten, haben Arbeitnehmer das Recht auf Auskunft darüber, was KollegInnen in gleichwertiger Position verdienen.

Ein weiterer geschlechtsspezifischer Grund jetzt nach einer Gehaltserhöhung zu fragen: Frauen fragen durchschnittlich seltener als Männer nach mehr Geld. Wenn Sie erwarten, dass der Chef ihre Fähigkeiten schon von alleine erkennt und mit einer Gehaltserhöhung belohnt - vergessens Sie es. Selbst wenn der Chef eine Chefin ist.

2. Ihrem Unternehmen geht es gut

In der Digitalindustrie sollte das kein Problem sein. Gerade nach guten Jahreszahlen ist es die Gelegenheit. Ihr Arbeitgeber muss es sich nämlich leisten können, Ihnen mehr Gehalt zu zahlen. Ist die Auftragslage gerade schlecht, hat die Agentur gerade einen wichtigen Kunden verloren oder wurde gerade ein Umzug abgeschlossen , steht keinem Chef der Sinn danach, mehr Geld auszugeben. Kommen jedoch neue Aufträge rein und boomt das Geschäft ganz allgemein, ist es ein optimaler Zeitpunkt, nach einer Gehaltserhöhung zu fragen.

3. Sie haben neue Aufgaben übernommen

Sie sind bereits seit einiger Zeit im Unternehmen, beherrschen die Ihnen übertragenen Aufgaben im Schlaf und haben deshalb ein neues Aufgabengebiet und/oder zusätzliche Verantwortungen übernommen? Dann haben Sie sich ein höhere Gehalt im wahrsten Sinne des Wortes verdient. Schauen Sie in ihren Arbeitsvertrag und kopieren Sie sich die Stellenbeschreibung, auf der ihr jetziges Gehalt beruht. Das ist dann eine Killer-Argumentationsgrundlage für die Gehaltserhöhung.

4. Ihre Kollegen verdienen mehr

Seit Januar 2018 gilt in Deutschland das Entgelttransparenzgesetz, nach dem Sie das Recht haben zu erfahren, was Kollegen in einer gleichwertigen Position verdienen. Zumindest, wenn das Unternehmen mehr als 200 Mitarbeiter hat. Ansonsten: Schauen Sie in einschlägige Gehaltsvergleiche. Wichtig dabei ist: Berufserfahrung, Personalverantwortung, Qualifikationen und Zertifikate haben in jedem Fall Einfluss auf die Gehaltshöhe. Das kann auch zu Ihrem Vorteil sein, wenn Sie gerade eine Weiterbildung abgeschlossen haben.

5. Sie haben ein anderes Angebot

Gerade in der digitalen Wirtschaft sind Headhunter bersonders aktiv und versuchen Marketingexperten abzuwerben. Haben Sie ein Angebot von einem anderen Unternehmen erhalten, dass Ihnen bei ähnlichem Arbeitsaufwand mehr Geld verspricht, dann können Sie diesen Anlass nutzen und mit Ihrem Chef wiederum über eine Gehaltserhöhung verhandeln. Natürlich, wenn Sie am liebsten bleiben wollen. Aber bluffen sollten Sie nicht. Denn wenn Ihr Chef eine Erhöhung ablehnt, müssen sie wirklich bereit sein, zu kündigen. Vor allem: Mit einem anderen Arbeitsvertrag in Aussicht verhandeln sie automatisch härter....

6. Ihr Chef ist gut drauf

Haben Sie schon einmal versucht, mit Ihrem/Ihrer LebensgefährtIn zu diskutieren, während diese(r) beispielsweise gerade den Frühjahrsputz erledigt? Sie werden auf eine bessere Zeit gewartet haben. Ein gutgelaunter Chef ist gerade im Gehaltsgespräch ebenfalls ein aufgeschlossener Gesprächspartner. Ist Ihr Chef im Stress, sollten Sie noch ein paar Tage zuwarten - alternativ können Sie ihn ja bitten Ihnen einen zeitnahen Gesprächstermin zu nennen.

7. Sie haben eine besondere Leistung vollbracht

Haben Sie einen neuen, großen Kunden an Land gezogen? Haben Sie Prozesse verbessert, die Digitalstrategie umgebaut, ein neues Produkt entwickelt? Solche positiven Momente sind der richtige Zeitpunkt, Ihre Gehaltsverhandlung anzusetzen. Wenn Sie gerade so richtig Mist gebaut haben - obwohl sie sonst tolle Arbeit leisten - sollten Sie lieber ein bisschen Gras über die Sache wachsen lassen - zum Beispiel bis zu Ihrem nächsten großen Projekterfolg.

Vor dem Gespräch sollten Sie alle Ihre Argumente auf einen Zettel schreiben, den Sie zum Gehaltsgespräch mitnehmen. So vergessen Sie nichts. Überlegen Sie sich auch, wie Ihr Einstiegsangebot aussehen soll - und unter welchen Betrag sie sich auf keinen Fall herunterhandeln lassen wollen. Halten Sie auch Alternativen als geldwerte Leistungen bereit: Mehr Urlaub? Kürzere Arbeitszeit? Dienstwagen?

Denken Sie auch über einen strategischen Fahrplan nach: "Jetzt will ich 300 Euro mehr. In einem halben Jahr will ich die Abteilungsleitung übernehmen und noch einmal 200 Euro mehr. Und in 18 Monaten will die Senior-Funktion."